Teil 1: Tulpenmanie

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Teil 1: Tulpenmanie

Die Prospekte und Zeitschriften strahlen dieser Tage in Tulpenkelchen voller Frühlingsfarben und verkünden mit großen Buchstaben: DER FRÜHLING IST DA! Vielleicht noch nicht ganz, in einigen Hochecken Deutschlands glitzert noch der Schnee und der Winteratem der letzten Tage und Wochen lässt uns noch alle bibbern und schockfrostet unsere Knochen. Aber der Frühlingscountdown läuft: Heute ist meteorologischer Frühlingsanfang und in immerhin 19 Tagen kommt der Frühling auch astronomisch bei uns an (am 20. März um 17:15 Uhr). Bis Ostern dauert es auch nur noch einen Monat. Wer aber ganz sicher schon da ist, das sind die Frühlingsboten. Zumindest in den Geschäften als Schnittblumen. Und natürlich auch als Kunstblumen. In der Natur halten sie aber leider größtenteils noch Winterschlaf.

Die Frühlingsboten sind die Zimmerpflanzen des Monats März und zu ihnen gehören Narzissen, Hyazinthen, Tulpen, Traubenhyazinthen und Schachblumen.
Die bekanntesten und beliebtesten Frühlingsboten sind Tulpen und Narzissen. Wir stellen Ihnen beide Blumen in Geschichte, Symbolik und Kunstblume ausführlich vor.
Den Anfang macht der Star unter den Frühlingsblühern: die Tulpe.

Name: Tulpe

Botanischer Name: Tulipa

Familie: Liliengewächse

Anzahl der Arten: 150

Ursprungsland: Türkei

Blütenfarbe: weiß, gelb, orange, rosa, rot

Merkmale: bunte Kelche, lanzettenförmige Laubblätter

Nationalblume: Niederlande, Ungarn

Symbolik: Vergänglichkeit (in der Kunst), Frühlingssymbol, Symbol für die Niederlanden, rote Tulpe: Symbol für Parkinson


Historische Herkunft und Tulpenwahn

Bei Tulpen fallen einem sofort die Niederlande ein. 80% aller Schnittblumentulpen werden dort produziert, daher könnte man leicht glauben, es sei das Tulpenherkunftsland. Weit gefehlt: Der Frühlingsblüher stammt aus dem exotischen Orient, genauer aus der Türkei. Von dem Wort tülband leitet sich ihr Name Tulipa bzw. Tulpe her, der ihren turbanförmigen Kelch beschreibt. Der Legende zufolge sollen Tulpenzwiebeln erstmals zwischen Tuchballen bei einem flämischen Händler in die Niederlande eingereist sein. Ihm wollten sie aber gebraten nicht recht schmecken und er warf sie auf den Misthaufen. Wochen später soll sie dort in fröhlicher Pracht zu einer wahren Königin aufgeblüht sein.

Die belegten historischen Quellen besagen jedoch, dass der osmanische Sultan Süleyman die Tulpenzwiebeln an seine Gäste und Botschafter verteilte. So auch an den flämischen Edelmann Gislain des Busbecq: Er wiederum gab die Zwiebeln an den Universitätsprofessor Carolus Clusius weiter. Im Botanischen Garten wurden die Blumen erfolgreich kultiviert: Die Tulpe hatte Westeuropa erreicht.

Heute belegt die Tulpe Rang 3 der Lieblingsblumen der Deutschen. In Anbetracht der starken Konkurrenz von Königin Rose, der immer gutgelaunten Sonnenblume und der im Prinzessinnenkleid blühenden Pfingstrose ist das eine nicht zu verachtende Leistung. Doch gab es eine Zeit, so um 1633 herum, da war die Tulpe ein Statussymbol. Ein Porsche, eine Rolex in den Blumenvasen. Sie war so beliebt, dass ihre Tulpenzwiebeln in Anteilen gekauft wurden. Ähnlich wie Bitcoins heutzutage. Manchmal schlummerten die Tulpen noch tief im Boden, manchmal träumten sie sogar nur von ihrer Existenz und doch gehörten sie schon jemandem (oder mehreren) zu einem Preis von 5.500 Gulden (1633) bis zu 30.000 Gulden (1637). Damit war die Mutter aller Spekulationsblasen geboren: der Tulpenwahn. Vier Jahre wütete das Fieber durch die holländischen Wohnzimmer und Geschäftsräume. 1637 brachen nach der Tulpenauktion in Alkmaar dann die Preise um 95% ein: Reiche wurden arm, die weniger Betuchten bettelarm und Tulpenspekulationen staatlich verboten.

Blumensprache

Spekulationen bringen heutztage nur noch die Botschaften der Tulpe mit sich. So kann die Tulpe sowohl von enttäuschter als auch von erfüllter Liebe sprechen. Grundsätzlich könnte man sagen, je dunkler der Blütenfarbton, umso mehr Gefühle können hineininterpretiert werden. Während einige Stimmen der weißen Blüte Verschlossenheit („Du bist zu keinen Gefühlen fähig“) zuschreiben, drücken andere mit ihr endlose Liebe aus. Letztendlich wird der Beschenkte entweder ewig rätseln, den Schenker sehr gut kennen oder ihn direkt zur Rede stellen müssen.

Nachfolgend haben wir zur Orientierung eine kleine Übersicht für Sie zusammengestellt:

Gelbe Tulpen: Lächeln, Sonnenschein, Glück, Fröhlichkeit, beide Partner begegnen sich auf Augenhöhe

Orange Tulpen: Du faszinierst mich!

Rosa Tulpen: junge, erwachende Liebe, zarte Gefühle, Romantik, Frühlingsgefühle und Schmetterlinge im Bauch

Rote Tulpen: tiefe Zuneigung und Liebe

Lila Tulpen: Liebe auf den ersten Blick, Bescheidenheit (platonische Bedeutung)

Schwarze Tulpen: Leidenschaft, verborgene Sehnsüchte, Erotik

Weiße Tulpen: endlose Liebe oder Verschlossenheit

Bunte Tulpen: Ich mache dir schöne Augen!, aber auch Lebensfreude

Kunsttulpentraum

Unsere Kunsttulpen kommen nicht aus den Niederlanden. Sind aber 100% handgefertigt und ihre Blütenkelche aufwändig handgemalt. Mit ihnen holen Sie sich einen ewigen Frühling ins Haus, da sie nicht verblühen. Besonders gut eignen sich unsere Stieltulpen, sie mit echten Frühlingsblühern in einer Vase zusammen zu arrangieren. Damit machen Sie Ihren Gästen mit Sicherheit schöne Augen.

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