Sukkulenten – Kleine, grüne Schmuckstücke

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Sukkulenten – Kleine, grüne Schmuckstücke

Sukkulenten gehören neben Orchideen und Grünlilien zu den beliebtesten Zimmerpflanzen. Deshalb verdienen die kleinen großen Überlebenskünstler es zurecht, die Zimmerpflanzen des Monats Juli zu sein. Sie sind pflegeleicht, vielseitig und wahre Kunstschmuckstücke auf allen Fensterbänken.

Ein Sukkulentenclan, viele Pflanzenfamilien

Sukkulenten bilden keine eigene Pflanzenfamilien. Der Sammelbegriff entspringt dem lateinischen succulentus (dt. saftreich) und beschreibt die fleisch-saftige Beschaffenheit der kleinen Grünpflanzen. Ihr Wasser speichern Sukkulenten nämlich in ihren Blättern, ihrem Stamm und ihren Wurzeln ab. Daher können sie auch kräftige Sonneneinstrahlung und heiße Wüstenwinde überleben. Alternativ werden sie auch Fettpflanzen bezeichnet.
Insgesamt gibt es drei unterschiedliche Sukkulentengruppen: Stammsukkulenten (Kakteen), Blattsukkulenten (z.B. Aloe, Agave und Fetthenne) und Wurzelsukkulenten (Welwetschie). Unter dem Sukkulentenbegriff versammeln sich wassersparsame Überlebenskünstler aus ca. 60 unterschiedlichen Pflanzenfamilien. Darunter auch Bromelien, Orchideen, Amaryllis, Glockenblumen, Begonien und den Hyazinthen. Voraussetzung für eine Zugehörigkeit zum Sukkulentenclan ist, Wasser möglichst effektiv im Pflanzengewebe zu speichern.

Sukkulenten sind wahrhaftige Sonnenanbeter. Ihre natürliche Heimat liegt in Trockengebieten und Wüsten in Amerika, Afrika und Asien. Europabeheimatet sind nur sehr wenige, die bekannteste unter ihnen ist aber die Fetthenne.

Klein, aber oho

Sukkulenten sind prähistorisch. Die ersten Kakteen wuchsen vermutlich vor 5 bis 10 Millionen Jahren. Ein Grund für ihr langes Überleben ohne auszusterben liegt mit Sicherheit auch in den zahlreichen Schutzmechanismen. So hemmt die geringe Pflanzengröße und die Wachsschichtbildung auf den Blättern die Feuchtigkeitsverdunstung. Der Haar- oder Wollflaum dient zum Sonnenschutz und zur Beschattung. Bei Kakteen übernehmen Warzen und Rippen diese Funktion.
Doch bilden sie nicht nur erfolgreiche Abwehrmaßnahmen gegen Sonne und Hitze: Dornen und Gift wehren Fressfeinde ab und die Wurzelsukkulentengruppe versteckt den Großteil ihres Pflanzenkörpers sogar in der Erde. Die Nationalpflanze Namibias, die Wurzelsukkulente Welwitschie beispielsweise, kann ein Alter von 1000 Jahren erreichen und ist damit ein richtiges lebendes Fossil.
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Schönheit ohne Wasser

Wer glaubt, Sukkulenten seien nur langweilig grün, der irrt gewaltig: In Wirklichkeit gibt es sie in allen Regebogenfarben. In mystisch-lila, beruhigend-blau, flammend-rot und energetisierend-orange. Einige Arten wechseln ihre Farbe auch mit den Jahreszeiten oder sogar wenn sie gestresst sind. Sozusagen als Stimmungsbarometer.
Doch gestalten sich nicht nur die Sukkulentenfarben spannend, sie nehmen auch abwechslungsreiche und zuweilen bizarre Formen an: Die Echeverien-Rosettenform ist dabei wohl die bekannteste. Das Kreuzkraut (Senecio herreanus) wächst dagegen in kugelförmigen Erbsenblättern und die Haworthia cooperi erinnert mit ihren Blättern an prall gefüllte Jelly Beans. Doch können die Sukkulentenblätter auch wie Delphine, Schirma oder Medusa-Tentakel aussehen. Die Lithops-Gattung aus Afrika sieht sogar wie ein Stein aus, weshalb sie im Deutschen auch als Lebende Steine bekannt ist.

Sukkulente Symbolik

Bei Sukkulenten fallen einem sofort Kakteen ein. Kakteen sprachen lange Zeit eine negative Sprache, man assoziierte Dickköpfigkeit und Egoismus mit ihnen. Heute interpretiert man jedoch Ausdauer, Geduld, Unverwüstlichkeit und Wärme mit ihnen. Im Hanakotoba, der japanischen Blumensprache, sind mit ihnen dagegen Botschaften sexueller Natur verbunden. Andere Länder nahmen Sukkulenten sogar in ihre Wappen auf: So zeigt die Insignie von Aruba die Aloe, das von Mexiko eine Opuntia, Namibia natürlich seine Nationalpflanze die Welwitschie und Senegal den Baobab-Baum (wer hätte gedacht, dass der Bananenbrotbaum zu den Sukkulenten zählt!).

Grüne Alleskönner

sukkulenten-etagere-cupcake-blueten-romantic-artfleurSukkulenten sind mehr als nur Zimmerpflanzen und unsere stillen grünen (oder bunten) Mitbewohner. Sie machen sich als originell getarnte Cupcakes als Eyecatcher auf jedem Etagere oder fügen sich vielseitig in jedes Upcycling-Projekt ein: So können sie aus alten Buchseiten hervorblühen oder sprießen aus alten Weinkorken. Das Internet platzt nur so vor Ideen. Besonders gut eignen sich Echeverien als Schmuck: Ob als einzelner Ring oder zusammen mit Moos zu einem Armband oder Kette verarbeitet. Ihrer geringen Größe wegen können sie auch problemlos in schicke Tee- oder Weingläse, in Dekolaternen im Shabby-Chic Stil oder in Hängeglasvasen platziert werden. Noch besser als echte Sukkulenten eignen sich für jedes Kreativprojekt die Kunstvariante: Denn hin und wieder benötigt auch eine Lebendsukkulente Wasser.

Neben dem Bonsai ergänzen Sukkulenten auch den meditativen Zen-Garten. Wir finden jedoch auch, dass sie genauso viel Glamour auf der Fensterbank ausstrahlen wie eine Orchidee, Hortensien oder Pfingstrosen. Deshalb sind sie auch als Brautstrauß konkurrenzfähig und sagen den beliebtesten Hochzeitsblumen wie Rosen, Callas und Lilien den Kampf an.

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