Das Fröschlein unter den Blumen – die Ranunkel

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Das Fröschlein unter den Blumen – die Ranunkel

Ihre Knospe bläht sich wie ein Froschbauch auf und eine ansehnliche Blüte, die durchaus der Rosenkönigin und Pfingstrosenprinzessin Konkurrenz machen kann, wächst heran. Die Ranunkel kann schon fast als eine Cinderella unter all den Blumenköniginnen bezeichnet werden, aber sicherlich ist sie eine wahre Frühlingsprinzessin.

Name: Ranunkel
Botanischer Name: Ranunculus
Andere Namen: Hahnenfuß, Butterblume
Familie: Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae)
Anzahl der Arten: ca. 600 Arten
Ursprungsland: Vorderasien (Türkei, Libyen, Ägypten)
Blütenfarbe: Weiß, Gelb, Orange, Rosa, Rot
Merkmale: gelapptes und gezahntes Laub, halbgefüllte, gefüllte, wie Rüschen geformte Blüten
Symbolik: Liebe, Charme
Blumensprache: Ich finde dich sehr reizvoll

Vom Frosch zur Prinzessin

Eine tiefsinnige Bedeutung hat der Name Ranunkel nicht. Er ist eine Zusammensetzung aus den beiden lateinischen Worten rana (dt. Frosch) und unculus (dt. klein bzw. eine Verniedlichung). Sie ist also ein kleines Fröschlein. Ein nicht gerade schmeichelhafter Name für eine Blume, die unter den Frühlingskonkurrentinnen wie die Tulpe oder Hyazinthen bestehen muss.
Wie ein Frosch sieht die Ranunkel mit ihren wie ein pompöses Ballkleid geschichteten Blüten nun wirklich nicht aus. Warum also der Name? Die Ranunkel mag Wasser ganz gerne. Feuchte Böden. Deshalb hält sie bevorzugt an Flussufern und in Sumpfgebieten auf. Wie Frösche eben. Ranunkeln sind auch giftig, so wie manche Froschart. Ihren Familiennamen Hahnenfuß dagegen stammt von den Laubblättern. Sie sind dem Fuß eines Vogels ähnlich.

Die Ranunkel hat mit ihrer Frühlingskollegin Tulpe einiges gemein: Beide stammen aus der Türkei. Auch ihre Zwiebeln handelte man während der Tulpenmanie zu atemberaubenden Preisen. Allerdings gerieten sie am Ende des 19. Jahrhunderts ein wenig in Vergessenheit. In heutiger Zeit gehört sie jedoch wieder zu den Frühlingsstars. Ob in der Vase, im Topf oder als Kunstblume. Mit ihrem rüschenbesetzten Blütenkleid ist sie auch eine perfekte Kandidatin für den romantischen Shabby-Chic Stil.

Ranunkel-Legenden

Um die Ranunkel rankt sich eine persische Legende voller Herzschmerz: Ein persischer Prinz verliebte sich in eine Nymphe und sang Tag und Nacht für sie. Für das Ende der Geschichte gibt es zwei Versionen: Eine glaubt, die Nymphe hatte den Gesang so satt, dass sie den Prinzen in eine Ranunkel verwandelte. Das andere tragische Ende erzählt, der Prinz starb an seinen Liebeskummer und seiner unerwiderten Liebe und verwandelte sich in eine Ranunkel.

Die Ureinwohner Amerikas erzählten sich hingegen eine eher skurril anmutende Geschichte über die Blume, die den Ursprung ihren Namens Coyote Eyes erklären soll: Es lebte nämlich einmal ein Kojote. Er liebte es seine Augen in die Luft zu werfen und wieder aufzufangen. Hoch und runter, hoch und runter fielen die Augen. Immer wieder. Bis eines Tages ein findiger Adler sich die Augen schnappte. Der Kojote aber konnte nichts mehr sehen. Er pflückte sich zwei gelbe Ranunkeln, auch als Buttercups (dt. Butterblumen) bekannt und benutzte sie fortan als Augen.

Verborgene Herzsymbolik

Die Ranunkel öffnet sich nur langsam, deshalb kann man unter vielen Schichten verborgene Blumenherz nur sehr langsam sehen. Eine schöne Symbolik, die dem Menschen entspricht und sie deshalb auch zu einem besonderen Herzstück in jedem Brautstrauß machen.
In der Blumensprache sagt die Ranunkel dem Beschenkten „Ich finde dich sehr reizvoll“. Sie spricht von strahlendem Charme und schwärmt von der Schönheit und Einmaligkeit der betroffenen Person.
Wie Tulpe und Narzisse läutet sie auch den Frühling ein. Ihre vielen bunten Farben bringen Lebensfreude und Heiterkeit in die vier Wände und lassen jeden Raum aufblühen.

Buttter bei die Blumen

Wie schon erwähnt, bezeichnet man im englischen Zeitraum die Ranunkel als Buttercup, als Butterblume. Hierzulande versteht man unter der Butterblume den Löwenzahn, Sumpfdotterblume oder eben der Scharfe Hahnenfuß. Optisch hat der Scharfe Hahnenfuß nicht viel mit der Ranunculus asiaticus (auch Persische Butterblume genannt) gemein, die man beim Ranunkelbegriff üblicherweise vor Augen hat. Doch trägt auch sie in ihrer botanischen Bezeichnung den Ranunkelnamen (Ranunculus acris).

Die Butterblume lässt einen schnell in Kindheitserinnerungen schwelgen. Da sie eine typische Wiesenblume ist, hat jeder sie schon einmal gepflückt und ist mit gelben Fingerspitzen nach Hause zurückgekehrt. Hält man sich die Butterblume ans Kinn und schimmert es dann gelb, isst man auch genug Butter, so heißt ein alter Kinderglaube. Vorsicht aber: Wie alle Hahnenfußgewächse ist auch die harmlos wachsende Butterblume giftig und verursacht Hautreizungen, Durchfall und eine erhöhte Pulsfrequenz.

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