Pfingstrose – Die dornenlose Blumenprinzessin

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Pfingstrose – Die dornenlose Blumenprinzessin

Unangefochten beliebt und schön ist die Rose: die Königin der Blumen. Nicht weniger schön und elegant strahlt aber die Pfingstrose in ihrem pompösen Blütenkleid. Ganz ohne Dornen. Die Rose beherrscht die Blumenwelt vielleicht als Königin. Aber die Pfingstrose ist dornenlos freundlicher. Eine richtige Prinzessin in unseren Vasen.

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Name: Pfingstrose
Botanischer Name: Paeonia
Weitere Namen: Päonie, Königsrose, Bauernrose, Benediktinerrose, Gichtrose
Familie: Pfingstrosengewächse (Paeoniaceae)
Anzahl der Arten: 33
Ursprungsland: China
Blütenfarbe: gelb, rosa, rot, weiß
Merkmale: gefüllte, halbgefüllte oder ungefüllte Blütenkelche
Symbolik: Liebe, Glück, Gesundheit, weibliche Schönheit, Reichtum, weibliche Fruchtbarkeit, Heil, Geborgenheit, Mutterliebe, Schüchternheit
Blumensprache: Mut
Hanakotoba: Aufrichtigkeit / Ich muss dir ein Geständnis machen

Volksprinzessin Pfingstrose

Die Pfingstrose kann im einfachen, bescheidenen als auch im prächtigen Blütenkleid blühen. Die Gemeine Pfingstrose (Paeonia officinalis) kam aus Südeuropa über die Alpen zu uns: Benediktiner-Mönche kultivierten sie als Heilpflanze für ihre Klostergärten. Bald schon blühten sie auch zahlreich in den Gärten der Bauern. Deshalb erhielt sie schon bald den Beinamen Bauernrose.
Die Volksmedizin und die weltbekannte Benediktinerin Hildegard von Bingen empfahlen Pfingstrosenwurzeln und Blütenblätter als Heilmittel gegen Epilepsie, Gicht und Fieber. Aus diesem Kontext entwickelten sich auch die Volksnamen Benediktinerrose und Gichtrose.

Aber auch unsere botanischen Bekannten Carolus Clusius und Sir Joseph Banks kommen in der historischen Päoniengeschichte vor: Natürlich sammelte auch Clusius Pfingstrosen in seinem Botanischen Garten. Er bekam sie wie die Tulpe aus der Türkei. Die Paeonia suffruticosa und die Paeonia lactiflora ergatterte der Pflanzenjäger Banks dagegen in China des 18. Jahrhunderts.

Die verborgene Nationalblume Chinas

In China kannte man die Pfingstrose schon lange vor dem 18. Jahrhundert. Seit wahrscheinlich schon 4000 Jahren erhält sie dort Bewunderung als Königsblume. Allerdings standen dort nicht die Blütenpracht der Milchweißen oder Chinesischen Pfingstrose (Paeonia lactiflora) im Mittelpunkt, sondern ihre Wurzeln: Die chinesische Medizin entdeckte in ihnen nämlich fiebersenkende und blutstillende Eigenschaften. Später entwickelte sie sich zu einem Symbol für Reichtum und Glück, da ähnlich der Hortensie und dem Bonsai, auch die Päonie den Adelsschichten vorbehalten blieb.
1909 stieg die Pfingstrose sogar zur Nationalblume Chinas auf. Seit der Gründung der Volksrepublik im Jahre 1949 besitzt China offiziell keine Nationalblume mehr. Im Geheimen verehren die Chinesen sie jedoch weiterhin als ihre Landesblume. Die chinesischen Zeichen Shao yao für die Päonie bedeuten übersetzt „bezaubernd schön“.

Nach Japan importierten entweder chinesische Kaufmänner oder buddhistische Mönche die Päonie im achten Jahrhundert. Dort steht sie ebenfalls als Symbol für Reichtum und für das Kaiserhaus, aber auch für ein langes Leben und weibliche Schönheit. Ein japanisches Sprichwort beschreibt die drei Schönheitsideale einer Frau: Tateba shakuyaku, suwareba botan, aruku sugata wa yuri no hana (dt. Im Stehen wie eine Chinesische Pfingstrose, im Sitzen wie eine Strauch-Pfingstrose, und die Art, wie sie läuft, die Blüte einer Lilie). Symbolisch von der Chinesischen Pfingstrose stehen hierbei die volle Blüte und der kräftige Stängel im Vordergrund. Die Strauch-Pfingstrose hingegen steht für die Zerbrechlichkeit und die Lilie symbolisiert Anmut.

Pfingstrosentraum
Der Name der Pfingstrose

Maßgebend für ihren deutschen Namen Pfingstrose ist ihr Blühzeitpunkt um Pfingsten. Bei der Botanikerbezeichnung Paeonia spielte jedoch mal wieder die griechische Mythologie eine Rolle: Der Götterarzt und Asklepios’ Schüler Paieon gilt als ihr offzieller Namenspatron. Mit den Pfingstrosenwurzeln heilte er den verwundeten Totenweltgott Hades. Damit erzürnte er seinen Lehrmeister und Medizingott Asklepios; aus Eifersucht über seinen Erfolg versuchte er ihn zu töten. Zeus rettete Paieon als er ihn in eine wunderschöne Päonie verwandelte.
Warum Pfingstrosen auch Schüchternheit symbolisieren, erklären die Nymphenlegenden: Von Natur aus sind Nymphen scheu und verschämt in menschlicher Gegenwart. Deshalb verstecken sie sich vor Menschenaugen auch unter Päonienblüten. Die französische Sprache gibt der Schamsymbolik sogar eine eigene Redewendung: être rouge comme une pivoine bedeutet „rot sein wie eine Pfingstrose“.
Im Buddhismus gilt die Pfingstrose als heilig. Die Legende besagt, ihre Blütentriebe entsprossen den Fußabdrücken des jungen Buddhas. Sie steht aber auch für Buddhas Sanftmut.

Wie aus der Sonne die Pfingstrose wuchs

In Serbien verehrt dagegen der Volksglaube die Byzantinische oder auch Fremde Pfingstrose (Paeonia peregrina) sehr. Eine Legende erzählt vom Teufel, der die Sonne verfolgte. Die Sonne floh vor ihm auf einen Berg, der sich für sie öffnete und sie in seinem Inneren verbarg. Als der Berg sich wieder verschloss, schrumpfte er auf Pfingstrosengröße zusammen. Aus ihm entstand somit die Pfingstrose, die in ihrer Mitte die Sonne verborgen hielt.
Die Sonne versteckt sich auch schon im volkstümlichen Namen božur, der sich aus den Worten bog (dt. Gott) und žar (dt. Sonne) zusammensetzt.

Die Byzantinische Pfingstrose erinnert auch an die Amselfeldschlacht am 28. Juni 1389. Aus dem vergossenen Heldenblut wuchsen die Amselfelder Pfingstrosen: die roten aus serbischem Blut und die blauen aus türkischem. So die Volksdichtungen und verschiedenen Liedern, die sie zu einem Symbol von Wiedergeburt und Fruchtbarkeit machten. Rund um den Amselfeldmythos entstanden in Kombination mit dem Veitstag verschiedene Volksbräuche. Zum Beispiel bekamen jeder, der zum Veitstanz (Vidovdanka) unterwegs war, vom Hausherr auf dem Amselfeld Pfingstrosenblüten mit auf dem Weg.

Jedermanns Liebling: die Päonie

Die Pfingstrose ist eindeutig ein Liebling in unseren Tischvasen und Gärten. Da sie eine dornenlose Rose und ein Attribut der Gottesmutter Maria ist, sowie mütterliche Liebe spendet, verschenken wir sie häufig zum Muttertag.
Leider ist die Päonienblütenpracht nur von kurzer Dauer. Zumindest bei echten. Zum Glück gibt es aber zahlreiche, naturgetreue Kunstblumenvarianten. Die dauerhaft blühenden romantischen Blütenkleider passen sehr gut zum Shabby Chic Stil und seiner schlichten Eleganz. Ob in Sträußen in den angeschlagenen und mit Sprüngen versehenen Erbstückvasen oder die zerrupften Blüten für die memento mori-Stilllebenatmosphäre auf dem Tisch – für beides eignen sich Kunstpfingstrosen ebenso gut wie echte.
Zu einem Pfingstrosenstrauß passen gut Lilien, Gloriosa, Nelken, klassisches Schleierkraut oder alternativ auch Maiglöckchen. Auch die Rosenkönigin, Ranunkeln oder die Shabby Chic Queen Hortensie gehen gerne den Straußbund mit der Päonie ein. Flieder ist dagegen der Idealpartner für rosa Pfingstrosen.
Wie immer gilt bei Ihren Straußkreationen: Nichts ist unmöglich.

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