Nelke – Eine Blume der Götter

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Nelke – Eine Blume der Götter

Die Nelke gehört neben der Rose und der Tulpe zu den beliebtesten Schnittblumen Deutschlands. Allerdings ist sie auch sehr umstritten: Einige bezeichnen sie als elegante Blume mit sinnlicher Duftnote, während andere sie als billig, großmütterlich und spießig verschreien.

nelke in vase artfleur

Name: Nelke
Botanischer Name: Dianthus
Andere Namen: Steinröschen, Nägele, Nägelin, Filette, Flädden, Nageln, Negelke
Familie: Nelkengewächse (Caryophyllaceae)
Anzahl der Arten: 320 – 600 Arten
Ursprungsland: Biscaya (Mittelmeeregion)
Blütenfarbe: Weiß, Gelb, Rosa, Rot, Violett – unifarben oder gefleckt
Merkmale: runde, gekerbte, gefranste oder glatte Blütenblätter
Symbolik: Leiden Christi, Gottesmutter Maria, Arbeiterbewegung, Sozialismus, Ehe und Liebe
Blumensprache: Mut, Kühnheit, Leidenschaft, Verlangen
Hanakotoba: Faszination, Liebe
Nationalblume: Monaco, Slowenien, Spanien
Geburtsblume für den Monat: Januar

Götterblume Nelke

Schon im Römischen Reich erfreute sich die Nelke großer Beliebtheit. Schließlich waren es römische Legionäre, die sie an der Biscaya zuerst fanden. Von da an banden sich die Römer Nelkenstirnkränze und mischten sich herrliche Duftwasser aus den Blüten. Einige Jahrhunderte später führten Kreuzritter die Nelken dann in die weiter nördlich gelegenen Regionen ein.

Ihr botanischer Name Dianthus stammt allerdings aus dem Griechischen und leitet sich von dios (das sich auf den Gottesbegriff bezieht, hier aber explizit auf den griechischen Göttervater Zeus verweist) und anthos (dt. Blume) ab. Deshalb bezeichnet man die Nelke auch oft als Zeus-Blume oder Blume der Götter.
Den deutschen Namen Nelke verdankt sie der Gewürznelke (Syzygium aromaticum): Da die Nelkenblume einen ähnlich intensiven Duft verbreitet wie die Gewürznelke gab man ihr den gleichen Namen. Eine botanische Verwandtschaft liegt jedoch nicht vor.
Im englischen bezeichnet man die pinken Gartennelken auch als pinks. Die Farbe Pink benannte man deshalb auch nach ihnen.

Farbensprache der Nelke

Die Nelke kann je nach Farbe eine andere Botschaft für den Beschenkten aussprechen:

Rot = Tiefe Liebe und Bewunderung
Weiß = Reine Liebe und Glück
Rosa = Ich vergesse dich nicht
Gelb = Enttäuschung und Zurückweisung
Gestreift = Zurückweisung und Bedauern

In Südkorea schenken Kinder ihren Eltern und Großeltern rote und rosa Nelken, um ihre Dankbarkeit und Liebe auszudrücken. Die weiße Nelke gilt seit dem 15. Jahrhundert auch als Symbol für die Ehe, da sie ein Sinnbild für ewige Treue darstellt. In Frankreich bezeugen weiße Nelken hingegen die Trauer für einen geliebten Menschen.

Muttertagsblume

Die Nelke ist sozusagen die Ursprungsblume des Muttertages. Seinen Anfang nahm der mütterliche Ehrentag im Jahre 1907 in den USA. Die US-Amerikanerin Anna Marie Jarvis nahm am dritten Todestag ihrer Mutter nämich ein Strauß weißer Nelken mit in die Kirche und verschenkte sie an andere Mütter. Die weiße Nelke war nämlich immer die Lieblingsblume ihrer Mutter gewesen. Mit ihrer Verschenkung wollte sie ihrer Mutter ganz besonders gedenken und sie ehren.
Rote Nelken ehrten übrigens die lebenden Mütter und weiße gedachten der verstorbenen Mütter.

Eine Nelke für die Solidarität

Die Nelke ehrt nicht nur die Mütter an ihrem großen Tag, sondern stellten auch ein traditionelles Geschenk am Weltfrauentag am 3. März da: Zu DDR-Zeiten überreichten die männlichen Vorgesetzten ihren weiblichen Angestellten, die durch besondere Verdienste hervorstachen, zum Dank eine rote Nelke. Auf Staats- bzw. Betriebskosten.
Auch der 1. Mai steht ganz im Zeichen der roten Nelke: Im 19. Jahrhundert setzte sie sich als Symbol der Arbeiterklasser durch. Dazu kam es durch die Französische Revolution. Damals steckten sich die verurteilten Adeligen auf ihrem letzten Gang zur Guillotine eine Nelke ins Knopfloch, um ihren Protest auszudrücken. Diese Intention zum Widerstand griff 1889 die Arbeiterbewegung auf und die Menschen steckten sich am 1. Mai zu ihren Protesten ebenfalls eine Nelke ins Knopfloch.

Revolutionsblume Nelke

Nelken symbolisieren neben Liebe und Leidenschaft also auch Widerstand. Protest. Die berühmteste Revolution, die sie aber geschlagen haben, war die Nelkenrevolution in Portugal: Am 25. April 1974 führten auständische Soldaten einen Putsch gegen die Diktatur Estado Novo, die seit den 1930er Jahren bis 1974 in Portugal herrschte. Die Bevölkerung bejubelte die Besetzer Lissabons und die Blumenfrauen steckten den Soldaten rote Nelken in die Gewehrläufe. Diese Bilder gingen um die Welt und in die Geschichte als die Nelkenrevolution ein.
Warum wählten die Frauen damals ausgerechnet rote Nelken? Auch hierbei spielte ihre Symbolik für die Arbeiterbewegung eine große Rolle, denn diese prägte die portugiesische Revolution maßgeblich.
Im Jahre 2000 verfilmte man die Szenerie mit dem Namen Nelken für die Freiheit für die Leinwand.

Nationalblume der spanischen Leidenschaft

Nelken lieben trockene, sonnige Standorte. Deshalb lieben sie auch Spanien als Wuchsort. Aber nicht nur deswegen haben sie einen Nationalblumencharakter in Spanien. Bei allen Festen und Traditionen wie Ostern und dem umstrittenen Stierkampf ist die Nelke immer mit dabei. In Andalusien und Aragonien ist sie besonders tief in der Kultur verwurzelt: Sie ist und war eine beliebte Fensterdekoration der traditionellen weißen Häusern und spielt auch im Haar der heißblütigen, leidenschaftlichen Flamencotänzerinnen eine wichtige Rolle. Außerdem ist das Klischeebild des Verehrers, der seiner Liebsten unter dem Fenster ein Gitarrenständchen spielt und dabei eine rote Nelke zwischen den Zähnen hält, ziemlich weit verbreitet.
Zur Beliebtheit der Nelke innerhalb des tiefreligiösen und marienverbunden Spaniens trägt auch ihre Symbolik für die Gottesmutter Maria und das Leiden Christi bei. Eine Legende erzählt auch, die ersten Nelken seien aus den Tränen Mariens entsprossen, als sie am Kreuz um ihren Sohn Jesus weinte.

Weltweite Nelkenliebe

Die Nelke ist aber nicht nur ein Star in Spanien. Sie ist auch die Nationalblume Sloweniens und Monacos. In Slowenien ist die rote Nelke besonders in der Oberkrain beliebt. Ähnlich wie schon im spanischen Andalusien dekoriert man hier die Häuser mit ihnen. Traditionell erhalten auch junge Männer, die zu ihrem Wehrdienst aufbrechen, von ihrer Liebsten eine Nele sowie ein Rosmarienzweig.

Auch auf den Balearischen Inseln tragen sie den Titel als Regionalblumen. Wogegen Kolumbien zwar als größter Nelkenproduzent weltweit gilt, allerdings die Cattleyaorchidee als Nationalblume hat.
Zu Ehren des im Jahre 1901 ermordeten Gouvernors und späteren Präsidenten William McKinley ist die rote Nelke seit 1904 Ohios offizielle state flower. Denn McKinley trug nämlich gerne eine Nelke am Revers.
An der Oxford Universität hat die Nelke ebenfalls eine lange Traditon: Dort trägt man weiße Nelken zur ersten Prüfung, zur den darauffolgenden rosafarbige und zur Abschlussprüfung dann rote.

Leckere Nelke

Die Nelke ist auch ein Leckerbissen. Denn sie teilt sich nicht nur ihren Duft mit ihrer Namenvetterin Gewürznelke, sie schmeckt auch fast so. Nur süßer. Deshalb verwendet man sie auch gerne dekorativ auf Torten, taucht sie in Schokolade ein oder kandiert sie. Allerdings sollte man vorher die bitteren Blütenblattansätze entfernen. Sonst verdirbt man den süßlichen Geschmack der Blüten. Die Arten Pfingsnelke und Kaisernelke baut man übrigens inzwischen sogar kommerziell als Essnelken an.
Nelkenduft verwendet man übrigens auch für Essig oder sogar in der Bierbrauerei. In Asien braut man wie schon bei der Hortensie aus den getrockneten Blüten einen leckeren Tee auf. Übergießt man die trockene Blüte mit heißem wasser, scheint sie optisch wieder aufzublühen.

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