Magnolie – Ein Urgestein unter den Blüten

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Magnolie – Ein Urgestein unter den Blüten

Die Königin der Ziergehölze. So nennt man die Magnolie auch. Tatsächlich hat sie etwas Paradiesisches, etwas Märchenhaftes in ihrer kurzen Blüte an sich. Sie blühen in zartrosa Sternenblüten oder wie weiße Porzellantassen zum Himmel empor und wecken im Menschen die ersten Frühlingsgefühle.

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Name: Magnolie
Botanischer Name: Magnolia
Familie: Magnoliengewächse (Magnoliaceae)
Anzahl der Arten: ca. 300 Arten
Herkunft: Nord- und Mittelamerika, Ostasien
Blütenfarbe: rosa, weiß, grün, lila
Holz: hell, harte und feine Struktur
Merkmale: stern- oder becherförmige Blüten, spätsommerliche, zapfenförmige Sammelfrüchte
Symbolik: Reinheit, Würde, Schönheit, Weiblichkeit, Ausdauer
Blumensprache: Wie unschuldig du bist!
Hanakotoba: Natürlichkeit 
Nationalblume: Nordkorea

Urblume Magnolie

Eine klassische Blume wie die Rose oder die Lilie ist die Magnolie nicht. Eigentlich ist sie eher ein Ziergehölz, wächst in Sträuchern und Bäumen. Sie kann nicht nur 100 Jahre alt werden, ihre ganze Art blickt bereits auf eine über 100 Millionen Jahre alte Geschichte zurück. Vermutlich leistete sie schon den Dinosauriern Gesellschaft.
Magnolien sind die Vorfahren aller Blütenpflanzen, so glaubt man. Denn ihre Bestäubung erfolgt bis heute über pollenfressende Käfer. Zu ihren frühen Lebzeiten lebten nämlich noch keine Bienen.
Tatsächlich haben ihre großen Blüten etwas Urtümliches an sich und auch ihre nicht immer gleiche Anzahl von Blütenblättern weisen auf ihren uralten Ursprung hin. Ihr langes Überleben, gegen alle geologischen und klimatischen Widrigkeiten macht die Magnolie zu einer robusten, zähen Überlebenskünstlerin. Und doch ist sie eine kleine Diva. Denn sie fürchtet den Spätfrost.

Heimkehr nach Europa

Man geht davon aus, dass die Magnolie auch in Mitteleuropa beheimatet war. Allerdings verdrängte die Eiszeit sie aus ihrem dortigen Lebensraum. Erst im 18. Jahrhundert entdeckte der französische Botaniker Charles Plumier sie auf Martinique wieder. Dort nannten die Einwohner die Blüte talauma. Plumier benannte sie jedoch nach seinem Botanikerkollegen Pierre Magnol um.
Nach ihrer europäischen Heimkehr wuchs die Magnolie zu einer kleinen Kostbarkeit in den botanischen Gärten heran und galt bei Adligen und englischen reichen Gentlemen als eine Art Statussymbol in ihren Gärten.

In China heißt die Magnolie Mulan und ist ein beliebter Mädchenvorname: Nach ihr ist die weltbekannte Volksheldin benannt. In Fernost kultiviert man Magnolien schon seit fast 2000 Jahren: Buddhistische Mönche kultivierten sie bereits im 7. Jahrhundert für ihre Tempelgärten.
In Nordkorea schaffte sie es bis zur Nationalblume, da sie weise, bescheiden und dennoch edelmütig wirkt. Genau wie das koreanische Volk. Zudem verspricht die Magnolie dem Volk Vertrauen, Reinheit und Hoffnung.
Auch in Amerika herrscht eine große Magnolienliebe, besonders zu der Magnolia grandiflora vor allen in den Südstaaten: In Mississippi und Louisana ernannte man sie zu state flowers. Das texanische Houston hegt sogar das Alias The Magnolia City, weil die Magnolie entlang des Buffalo Bayou so zahlreich erblüht.


Magnolienfarben

Magnolien erblühen in einer weiten Farbpalette. In Weiß, in Rosa, in Pfirsich, in Malvenfarbe oder sogar in Rot. Ihre Symbolik unterscheidet sich auch von Farbe zu Farbe. Grundsätzlich steht die Magnolie aber für Schönheit und Weiblichkeit, dem chinesischen Yin. Da sie so lange so viele Herausfoderungen der Natur überlebt hat ist sie auch ein Symbol für ein langes Leben, die Ewigkeit und für Ausdauer.

Ihren Farben hingegen sind folgende Botschaften zugeordnet:

  • weiße Magnolien: Reinheit, Perfektion
  • rosa Magnolien: Jugend, Unschuld, Freude
  • grüne Magnolien: Freude, Gesundheit, Glück
  • lila Magnolien: Wunscherfüllung bezüglich Glück und Gesundheit


Mit ihrem sanften Puderrosa oder Cremeweiß passen sie perfekt in die Shabby-Chic Farbpalette und machen Hortensie und Pfingstrose ziemliche Konkurrenz. Die sonnen- oder ostergelben Magnolien blühen nicht nur zu Beginn der Frühlingszeit, sondern gehören teilweise auch zu den Spätblühern.


Essbare Magnolien
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Magnolien gelten eigentlich als leicht giftig. Daher sollte man Kleintiere wie Kaninchen oder Katzen von Blättern und der Rinde fernhalten. Für Menschen ist diese Giftdosis jedoch eher unerheblich. Deshalb sind vor allem im asiatischen Raum Reis und Tee mit Magnolienknospen gewürzt. In der Kaiserzeit aß der chinesische Kaiser in einem weichen Teig eingebackene Magnolienblüten. Der Blütengeschmack ist leicht bitterlich und hat ein leichtes Rosenaroma. In Japan wickelt man Sushi und auch Miso (sog. hoba miso) in grüne Magnolienblätter ein.
Ihr intensiver Duft eignet sich nicht nur für Parfüm, Seiden und Cremes, sondern auch für Liköre und Wein.

Die Magnolie im Feng Shui

Magnolien pflanzte man in China nicht umsonst in den Tempelgärten. Sie soll die Meditation, die Selbsterkenntnis und den inneren Frieden fördern. Über die Platzierung der Magnolie im Garten weiß das Feng-Shui zwei Sachen zu berichten: Pflanzt man den Magnolienbaum oder -strauch im Vorgarten, so kommt die Zufriedenheit in einem beachtlichen Maß zu einem. Im hinteren Gartenteil bekommt die Magnolienpflanze die Bedeutung eines verborgenen Juwels und soll großen Reichtum anziehen.

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