Tropische Hibiskusblüte

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Tropische Hibiskusblüte

Mit dem Hibiskus wird das Paradies in vielen Wohnzimmern und Gärten wahr. Seine Blüten wecken Sommergefühle, Urlaub und Fernweh wach und sind die eine sommerliche Dekoration für jeden Cocktail. Aber der Hibiskus kann nicht nur träumen und die Sonne im Herzen wecken, er kann auch arbeiten.

hibiskus steckbrief

Name: Eibisch
Botanischer Name: Hibiscus
Andere Namen: Afrikanische Malve, Roseneibisch, Chinarose, Straucheibisch, Roselle, Karkaden, Nubiablüten
Familie: Malvengewächse (Malvaceae)
Anzahl der Arten: 200 – 675
Ursprungsland: Asien
Blütenfarbe: rot, gelb, weiß, orange, rosa
Merkmale: fünf, glockenförmige Kelchblätter, mehrere zu einem Stempel geformte Staubfäden
Symbolik: zarte Schönheit, Fernweh, Exotik, Ruhm, Reichtum, sexuelle, weibliche Anziehungskraft
Hanakotoba: Sanftheit, Empathie
Nationalblume: Malaysia, Haiti, Hawaii

Paradiesblüte mit asiatischen Wurzeln

Seinen Ursprung hat der Hibiskus wie so viele prächtig blühenden Blüten in China. Deshalb nennt man ihn auch gerne Chinarose, denn ihre großen, prachtvollen Blüten können der Rosenkönigin schon Konkurrenz machen. In China wie auch in Ostindien und Südwestasien wuchs sie vornehmlich in den Tropenzonen. Ihren Weg fand sie über die Seidenstraße nach Indien, Syrien und die Türkei. Im Jahre 1730 kam sie dann auch in Europa an. Im deutschen Sprachraum taufte man sie auf den Namen Eibisch, der sich vom altgriechischischen hibiskos ableitet. Der Begriff umfasst alle Pflanzen mit großen Blüten, die gleichzeitig auch Gebrauch als Heilpflanze fanden.

Nationalgetränk Hibiskustee

Ihre heilsamen Wirkungen zeigt der Hibiskus, insbesondere die Rosellensorte, vor allem in der Teezubereitung. Er hat einen leicht säuerlichen Geschmack, ergibt eine schöne rote Teefarbe und strotzt nur so vor Vitamin C. Er wirkt antibakteriell, krampflösend, abführend, galletreibend und blutdrucksenkend. Ebenso ist er ein hervorragender Durstlöscher, weshalb sich im Sommer ein gesunder Eistee im Zusammenspiel mit Erdbeeren und Rhabarber aus ihm zubereiten lässt. In Ägypten und im Sudan stellt sowohl heißer als auch kalter Rosellentee unter dem Namen Karkadeh ein sehr beliebtes Erfrischungsgetränk dar. Im Kamerun und in Mali ist der aus Afrikanischen Malve aufgegossene Tee sogar ein Nationalgetränk.

Wie der Lavendel, sind auch Hibiskusblüten eine wahre Delikatesse. Aus gekochten Blütenkelchen zaubert man in Mali Saucen und in Birma sind sie Bestandteil eines nationalen Currygerichts. Aber auch allen süßen Naschkatzen begegnet der Hibiskus in Marmelade, Chutney, als Kuchendekoration oder zu Eiscreme.

Mehr als nur eine Paradiesblüte

Doch der Hibiscus sabdariffa, zu deutsch auch als Roselle bekannt, kann noch viel mehr als nur Tee: Seine Fasern sind juteähnlich und deshalb auch zur Seilverarbeitung nützlich. Aus den Rückstände der Faserverarbeitung wiederum lässt sich Papier herstellen. In Polynesien hingegen verwendet man Hibiskusbastfasern für die geflochtenen Hularöcke. Auf den Philippinen genießt dagegen die gumamela (Lokalbezeichnung des Chinesischen Roseneibisch) bei Kindern große Beliebtheit: Aus den Blüten und Blättern lässt sich nämlich ein klebriger Saft gewinnen. Stakt man nun ein hohler Papayastiel in den Sud und bläst kräftig, entstehen lustige Blasen.

Bei jedem beliebt: der Hibiskus

Die Symbolik für Fernweh und Exotik hat die Hibiskusblüte aus der Bildsprache. Dafür verantwortlich ist der Maler Paul Gauguin: Eines seiner beliebten Motive stellte der Hibiskus dar, die er in seinen Bildern auf Tahiti verewigte. In China dagegen verbindet man mit dem Hibiskus Ruhm, Reichtum, Pracht und weibliche, sexuelle Anziehungskraft. Im Südseeparadies tragen Frauen den Hibiskus hinter dem Ohr. Dabei gilt: Tragen sie die Blüte links, so sind sie bereits an jemanden vergeben. Rechts dagegen bedeutet: Sie ist ledig.
Und auch bei Männern ist der Hibiskus beliebt: Er wird als einzige Blume von ihnen getragen. Auf Hawaiihemden oder anderer sommerlicher Bekleidung.

Im Hinduismus erwählte man den Hibiskus bzw. den Chinesischen Roseneibisch zum Attribut von Kali, der Göttin des Todes und der Zerstörung. So formen seine Blüten ihre Zunge und die rote Farbe symbolisiert ihre Wildheit. Im Pujaritual schmückt man ihr Abbild mit einer Girlande aus 108 Hibiskusblüten.

Tropische und koreanische Nationalblume

Auf Hawaii, Haiti und Malaysia erlangte die Hibiskusblume sogar den Status der Nationalblume. Besonders Hawaii ist durch die Hula-Tänzerinnen und die Aloha-Blumenketten von der exotischen Blüte geprägt. In Malaysia symbolsieren die fünf Kronblätter die fünf nationalen Grundsätze: Glauben an Gott, Loyalität gegenüber dem König und Staat, Verfassungstreue, Anerkennung der Gesetze sowie Mitmenschlichkeit und Moral. Deshalb nennt man sie dort womöglich auch bunga raya (dt. große Blume).

Inoffiziell ist der Straucheibisch, auch Scharonrose genannt, ebenfalls die Nationalblume Südkoreas. Dort trägt sie auch den Namen Mugunghwa (dt. unvergängliche Blume) und ist seit 2000 Jahren bekannt und geliebt. Ehre erfährt sie auch in einer Zeile der südkoreanischen Nationalhymne, in der es heißt: Wir Koreaner werden immer wachen über unser Land mit seinen Flüssen und herrlichen Bergen, auf denen die Sharonrose blüht. Golden stilisiert erscheint sie auch sie auch im Staatsemblem: In ihrem Schoß ruht der Taegeuk, der auch auf der Staatsflagge erscheint. Außerdem prägt sie eine Seite der Ein-Won-Münze.

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