Rosige Aussichten

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Rosige Aussichten

Rosa ist die umstrittenste unter den Farben. Sie ist traditionell als Mädchenfarbe, süß und kitschig verschrien. Aber völlig zu Unrecht. Denn Rosa ist ein äußerst positiver Farbton und verspricht Optimismus und innere Ruhe.

Die Farbe Rosa und ihr blumiger Namensursprung

Prinzessinenrosa. Bonbonrosa. Zuckerwattenrosa. Schweinchenrosa. Die Farbe Rosa hat viele Namen. Ihre eigentlich Bezeichnung leitet sich jedoch von der Rose persönlich ab: Um das Rosenrot zu beschreiben, benutzte man eine lange Zeit die Worte „rosenfarben“, „rosenrot“ oder „rosig“. Erst im 18. Jahrhundert ersetzte man diese Bezeichnungen durch das lateinische Rosenwort „rosa“.

Im Englischen bezeichnet das Wort Pink die Farbe Rosa. Aber auch die Nelke. Ursprünglich gehörte pink auch zu den Verben und bedeutete „ausschneiden“ oder „durchbrechen“.
Im Deutschen bezeichnet der Begriff Pink eher ein kräftiges, fast schon grelles Rosa. Man kann auch sagen: Alle Pinktöne sind auch rosa. Aber nicht alle Rosatöne sind pink.

Rosa Farbwirkung

Rosa ist eine Vermischung der Farben Rot und Weiß und kann deshalb auch als „das kleine Rot“ bezeichnet werden. Laut Feng Shui gehört sie dem Feuerelement an und strahlt Wärme und Freundlichkeit aus. Mit ihrem Optimismus besänftgt sie und fördert die innere Ruhe. Daher streicht man Gefängniszellen in Nordrhein-Westfalen auch gerne in Rosa. Die Farbe eignet sich aber auch hervorragend als Schlafzimmerfarbe, da ihre therapeutische Wirkungen in der Blutdrucksenkung, im Stressabbau und in der Einschlafhilfe liegen.

Männer assoziieren mit der Rosafarbe Hilflosigkeit, Schwäche, Kitsch und Naivität. Mit dem Ausdruck der „rosaroten Brille“ interpretiert man auch Realitätsverlust in sie hinein. Um Rosatönen die Vorurteile zu nehmen, bietet es sich an sie mit anderen Farben zu kombinieren. Mit Grau beispielsweise verliert das Rosa all seine Süße, Kindlichkeit und Niedlichkeit und wirkt mit einem Mal sehr edel. Erwachsen zeigt die Farbe sich aber auch mit einem kombinierten Schwarzton oder Weiß.

La vie en rose

Ihren endgültigen Durchbruch gewann die Farbe Rosa wohl als PANTONE sie im Jahre 2016 zur Farbe des Jahres erwählte: Zusammen mit dem Hellblauton Serenity soll Rose Quartz ein Gegengift zum Alltagsstress darstellen. Damit hielt sie ihren Siegeszug in die Modewelt, bei den Wohnungsstils und auch bei den Dekoaccessoires ein.

Eigentlich regiert Weiß das Shabby Chic. Aber was wäre Shabby-Chic schon ohne das schöne Bonbonrosa? Auch beim Landhausstil gehört Pastellrosa zu den dominierenden Farben und auch der Französische Stil könnte ohne Rosatöne nicht so romantisch sein. Mit den passenden Tassen, Schälchen und Vasen in Weiß mit rosa Punkten oder in Rosa mit weißen Punkten verwandelt jede Küche in eine Zuckerbäckerei.

Ein ungebrochener Trend – Millenial Pink

Millenial Pink ist als Trendfarbe in aller Munde. Zum ersten Mal erschien sie wohl im Jahre 2012. Von da an begleitet sie jede Saison aufs Neue. In der Modewelt, als Accessoire, als Wohnfarbe oder als dekorativer Eyechatcher in verschiedenen Einrichtungsstils. Ihr Name Millenial Pink fiel jedoch erstmals im Jahre 2016. Der Name leitet sich von der Bezeichnung Generation Y, den Millenials, ab. Sie umschließt die Generation, die von 1980 an bis zur Jahrtausendwende geboren wurde.

Millenial Pink stellt ein Farbspiel aus Apricot, Lachsfarbe, ein Roséhauch und einen minimalen Grautouch. Ein warmer, rosaroter Pastellton. Sie ist schwer zu beschreiben, man muss sie schon gesehen haben. Vielleicht als Frosé (Frozen Rosé), dem trendingen Sommerdrink.

Manche beschreiben die Farbe jedoch auch als unschlüssig.
Anders als das Reinrosa möchte sie nicht mehr als reine Mädchenfarbe wahrgenommen werden, sondern als androgyne Farbe. Sie steht für den Wunsch nach Behaglichkeit in Zeiten politischer Unruhen, ja das Rosa der Generation Y kann sogar Hygge in uns auslösen. Trotzdem ist die Farbe alles anders als kindisch. Sie ist ein Synonym unerschrockener Weiblichkeit. Eins ist aber sicher: Die Farbe Millenial Pink ist gekommen, um zu bleiben.

Eine Farbe nur für Mädchen?

Rosa ist DIE Mädchenfarbe. Auch wenn Millenial Pink versucht der Welt das Gegenteil zu beweisen und einige Männer sich trauen, ihr weißes Hemd gegen ein rosafarbenes einzutauschen, wird die Farbe dieses Vorurteil nicht so schnell los.
Aber Rosa war keineswegs immer eine Mädchenfarbe. In Zeiten des Rokoko und im Elisabethanischen Zeitalter stellte der Rosaton den letzten Schrei in der Männermode dar. Noch in den 1920er gehörte er den Jungs. Er weckte nämlich Assoziationen von Blut, Leidenschaft, Eros, Entschlossenheit, Stärke und Kampf. Alles, was das Männerherz höher schlagen lässt. Mädchen kleidete man eher in die jungfräuliche Marienfarbe Blau, das für Sanftheit udn Anmut stand. Erst nach dem Ersten Weltkrieg fand ein Umdenken statt.

Auch in der Tierwelt gehört ein kräftiges Pink eher den Männern. Zumindest bei den Flamingos. Dort wirkt ein dunkler Rosaton nämlich ziemlich attraktiv auf die Weibchen, denn er steht für Gesundheit, Kraft und eine gute Ernährung.

Rosa in der Blumensprache

In der Blumensprache verspricht die Farbe Rosa grundsätzlich Zärtlichkeit, Sehnsucht, Romantik und eine beginnende Liebe. Allerdings gibt es auch Blumenarten, die in der Rosafarbe eine andere Botschaft oder Symbolik vermitteln.

Blume Symbolik
AsterSensibilität, Liebe
MagnolieJugend, Unschuld, Freude
Rosenzärtliche Liebe
Tulpejunge, erwachende Liebe, zarte Gefühle, Romantik, Frühlingsgefühle und Schmetterlinge im Bauch
Beliebte Blumen in Rosa

Rosa Farbtöne oder ein kräftiges Pink sind auch als Blütenblätter im Garten, in der Vase oder als Zimmerpflanze beliebt. Die Pfingstrose trägt wohl das schönste und pompöseste Rosakleid und ist deshalb auch wohl eine Paradeschnittblume für den Rosaton. Für die Vase eignen sich aber auch Nelken, Kosmeen, Rosen, Dahlien und natürlich auch die prächtig-barocke Hortensie. Neben Weiß ist auch ein juwelengleiches Pink die bekannteste Blütenfarbe der Schmetterlingsorchidee. Das Alpenveilchen, die Azalee, die Geranie und die Petunie setzen als getopfte blühende Zimmerpflanze schöne rosafarbige Akzente in der Wohnung.

Blumen-Galerie zur Farbe Rosa

Man spricht Pink

Wir sehen die Farbe Rosa nicht nur täglich, wir sprechen sie auch. Zumindest in Form von Redewendungen. Vor allem Realitätsverlust umschreibt man mit den Redewendungen rosarote Brille, für sie ist die Welt rosarot oder die berühmten rosa Elefanten. Mit dem Ausdruck rosig oder rosige Aussichten hingegen verpackt man den Optimismus der Farbe. Im Englischen bezeichnet die Wendung to be in the pink dagegen, dass man gesund und munter ist. To be tickled pink beschreibt den Zustand der Hocherfreutseins bzw. des köstlich Amüsiertseins. Der von Schülern so gefürchtete blaue Brief ist im Englischen pink genauso wie das Kündigungsschreiben (beides pink slip), womit die Farbe ene negative Konnotation erhält.

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