Die Macht der Farben

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Die Macht der Farben

Farben sind sehr mächtig. Sie beeinflussen uns. Verraten uns. Sprechen über und mit uns. Deshalb spielen Farben auch gewichtige Rollen bei unseren Lebensentscheidungen. Bei Raumfarben. Beim Autokauf. Bei der Kleiderwahl. Sogar beim Blumenbeet, beim Blumenstrauß. Auch bei der Seidenblumenauswahl. Überall lassen sich Rückschlüsse und Interpretationen zu unserer Persönlichkeit, zu unserem Charakter oder zu unseren Absichten ablesen. Doch drücken Farben auch Stimmungen und Gefühle aus.

Farbwechselbad der Gefühle

Selbstreflexive Tests und einige Webseiten versprechen aus der Lieblingsfarbe eine Charakterisierung des Menschen herauszulesen. Das ist jedoch eher zweifelhaft: Manche Menschen wechseln täglich ihre Lieblingsfarbe. Wechseln sie folglich auch ihre Charaktereigenschaften, die Persönlichkeiten? Wohl kaum. Man könnte ihnen höchstens Flatterhaftigkeit unterstellen. Oder Farbenliebe. Lebensfreude.
Auch Farbinterpretationen und –assoziationen haben eher subjektiven Charakter: Sie können sowohl positiv als auch negativ sein. Nehmen wir die Blaufarbe als Beispiel: Denken Sie eher an Entspannung, Ruhe? Regt es ihre Phantasie an? Oder fühlen Sie sich eher blue, mehr in Ihrer Depression bestärkt? Vielleicht verbinden Sie Blau auch mit einem schönen Kindheitserlebnis, einem besonders blauen Sommertag, ein Meeresausflug? Oder mit einem Traumata? Farben beeinflussen nicht nur unsere Gefühle, unsere Gefühle beeinflussen auch ihre Assoziationen und Interpretationen bei uns.

In unserer Tabelle haben wir die geläufigsten positiven und negativen Farbassoziationen aufgelistet:

FarbeKategorieAssoziationInterpretation
kaltpositiv:
still, entspannend, vertrauendvoll, verlässlich, autoritär, stark

negativ:
kalt, unpersönlich, depressiv, langweilig
Zufriedenheit, Ruhe, Ausgeglichenheit, Wohlbehagen, Harmonie, Nachdenklichkeit, Wahrheit, Sehnsucht
kaltpositiv:
natürlich, entpannend, ruhig, positiv, harmonisch, erholsam, hoffnungsvoll

negativ:
unreif, sauer, bitter, unerfahren
Selbstachtung, Würde, Stabilität, Ausdauer, Ehrgefühl, Autorität, Durchsetzungvermögen, Autonomie, Natürlichkeit, Hoffnung, Neuanfang, Leben
warmpositiv:
freundlich, glücklich, optimistisch

negativ:
aufdringlich, giftig, feige, neidisch
Entfaltung, Freiheitsstreben, Neugier, Spontaneität, Offenheit, Erwartung, Heiterkeit, Kreativität, Sonne
warmpositiv:
freundlich, warm, einladend, vital, jung, fröhlich

negativ:
billig, unseriös, aufdringlich, laut, unruhig
Lebensfreude, Geselligkeit, Neugierde, Selbstvertrauen, Energie
warmpositiv:
stark, mutig, leidenschaftlich, dynamisch, aktiv, verführerisch, warm, vital

negativ:
gefährlich, aggressiv, dominant, arrogant, brutal, zornig, laut, aufregend
Selbstbewusstsein, Stärke, Vitalität, Leidenschaft, Aktivität, Konkurrenz, Erotik, Leben, Liebe
kaltpositiv:
sanft, zärtlich, romantisch, weiblich

negativ:
schwach, schutzbedürftig, gehemmt, sentimental
Einfühlungsvermögen, Sensibilität, Faszination, Charme, Hingabe, Kritiklosigkeit, Zuneigung, Zartheit, Gesundheit
kaltpositiv:
außergewöhnlich, magisch, phantasievoll, modisch, originell, kreativ

negativ:
unnatürlich, unsicher, unsachlich, künstlich, zweideutig
höhere Mächte, Liturgie, Magie, Souveränität, Andersartigkeit
neutralpositiv:
schlich, neutral, sauber, rein, unschuldig

negativ:
kalt, steril, leer
Licht, Vollkommenheit, Wahrheit, Klarheit, Sauberkeit, Weite, Unschuld
neutralpositiv:
seriös, elegant, klassisch, neutral, sachlich, modern, funktional

negativ:
düster, traurig, einsam
Unnahbarkeit, Intoleranz, Ernst, Zwang, Rücksichtslosigkeit, Auflehnung, Trauer, Nacht, Tod, Würde

Mit Farben wohnen

Farben sind unsere stillen Mitbewohner. Sie können uns aufheitern, uns besänftigen. Uns Freiheit und Weite vermitteln. Sie können uns aber auch ärgern. Nerven. Uns einengen. So nehmen gerade die dunklen, kräftigen Farben sich sehr wichtig, blähen sich auf. Bedrücken, beengen den Raum. Vielleicht auch uns. Aber gerade mit ihrer Nähe können sie auch Gemütlichkeit und Geborgenheit vermitteln.
Helle, kühle Farbtöne sind zurückhaltender. Distanzierter. Lassen uns mehr Freiheit und Platz zum Durchatmen.

Farben beeinflussen also unser Gehirn, unsere Psyche. Die sogenannten Farbschwingungen wirken sich auch auf unseren ganzen Körper aus. Daher werden verschiedene Farben auch zur Therapie eingesetzt.


FarbeWirkunggeeignete Räume
psychologisch:
fördert Konzentration und Kreativität, regt Unterhaltungen an, belebt, fördert Optimismus

therapeutisch:
lindert Ängste und Depressionen, entgiftende Wirkung
Kinderzimmer, Konferenzraum

Raumwirkung:
kleine Räume wirken durch einen Gelbanstrich größer
psychologisch:
strahlt Gemütlichkeit aus, fördert Geselligkeit, inspiriert, regt an

therapeutisch:
fördert die Nierenfunktion, lindert Bauchschmerzen
Küche, Esszimmer

Raumwirkung:
verleiht dem Raum Wärme
psychologisch:
erregt Aufmerksamkeit, verleiht Vitalität und Energie, aktiviert, erwärmt, erhitzt, belebt, regt Appetit an, stimuliert, schenkt Lebenskraft, macht Lust auf Sex

therapeutisch:
regt Kreislauf, Stoffwechsel und Immunsystem an
Flur, Küche

sollte nur als Impuls eingesetzt werden; ein Übermaß an Rot fördert die Aggressivität
psychologisch:
besänftigt, fördert die Geselligkeit

therapeutisch:
hilft bei Schlafstörungen, zügelt Ärger, senkt Blutdruck, lässt Ermüdung abklingen
Schlafzimmer
psychologisch:
unterstützt die Konzentration und Selbstvertrauen, zügelt Appetit und Sexlust, beruhigt

therapeutisch:
lindert Schmerzen, reinigt, entschlackt
Wohnzimmer

Raumwirkung:
verkürzt die Raumtiefe

psychologisch:
bringt Frieden, regt das Unbewusste an

therapeutisch:
hilft bei Schlafstörungen, fördert Sprachfäigkeiten und klares Denken
Schlafzimmer

Raumwirkung:
kleine Räume wirken durch einen Blauanstrich größer
psychologisch:
beruhigt, gleicht aus, bringt Körper und Geist in Einklang, vermittelt Sicherheit, regt Kreativität an

therapeutisch:
wird bei Herzkrankheiten eingesetzt, lindert Trauer, Wut und Liebeskummer
Arbeitsraum
psychologisch:
netralisiert, hellt auf, belebt

therapeutisch:
-
wirkt in Räumen steril und langweilig, nicht als Ganzwandfarbe zu empfehlen, nur in Kombination mit anderen Farben oder farbenfroher Einrichtung

Raumwirkung: macht Räume weit
psychologisch:
drückt auf das Gemüt

therapeutisch:
-
nicht als Ganzraumfarbe geeignet, da sie düster und bedrückend wird

Mach’s dir hyggelig – Die Farben fürs Glück

Das Hygge-Lebensgefühl verschreibt uns Weiß als Lebensfarbe. Denn sie bringt das Hygge-Gebot Nr. 1 in die Wohnung: Licht. Ein weißes Zimmer ist luftiger, weiter. Langweiliger. Deshalb gehört zu Reinweiß unbedingt die obligatorische, gemütliche Holzhütteneinrichtung dazu. Oder Pastellfarben: Himmelblau, Vanille, Minze oder Puderrosa. Gerade Rosa oder die Trendfarbe Millenial Pink: Sie unterstützt die Hygge-Faktoren Harmonie, Frieden und Zusammensein. Doch nicht jeder möchte sein Leben in Prinzessinenrosa verbringen. Warme Erdtöne in Braun und Beige lassen uns ebenfalls hyggelig-sicher und behaglich fühlen.
Sie sind künstlerisch begabt? Dann malen Sie mit Chalky-Kreidefarben oder matten Marmorierfarben eigene Hygge-Muster und Traumbilder auf der Weißwand.

Die Lieblingsfarben der Welt

Blau ist nach Umfragen die Lieblingsfarbe der Deutschen. Von Männern und Frauen gleichermaßen. Die Welt dagegen hat sich 2017 in Marrs Green verliebt.mars_green_weltfarbe_lieblingsfarbe_artfleur Hört sich zunächst nach Marsmännchen an. Doch ist Marrs Green eher ein Türkis: Wie der Ozean. Wie Urlaub. Das Paradies. Sehnsucht. Freiheit. Weder männlich noch weiblich. Einfach exotisch-fröhlich. Eine echte Weltfarbe. Der Name hat übrigens nichts mit dem Mars zu tun. Sondern mit der Farberfinderin Annie Marrs.
In Mode und Design triumphiert dagegen der schon erwähnte zeitlose Farbton Millenial Pink. Ein sanfter Graupefruithauch. Aprikosenlachs. Oder Zuckerwattenrosa. Sie ist die Farbe der Generation Y, der Millenials. Ihr haftet ein androgyner Charakter an, ist für Frauen und Männer geeignet. Also keine typische Mädchenfarbe.
Vielleicht darf es ein wenig kräftiger, mystischer, futuristischer sein? Pantone kürte Ultra Violet als Farbe des Jahres 2018. Sie ist ein dramatischer Lilaton, drückt Originalität, Einfallsreichtum und visionäres Denken aus und weckt die Sehnsucht, neue Welten zu betreten und beleuchtet den Weg in die Zukunft.

Für jede Farbstimmung eine Kunstblume

Blumen sprechen nicht nur mit ihrer Farbe zu uns. Sie versetzen uns auch in Stimmungen. Oder schaffen Farbakzente in unseren Wohnräumen. Kunstblumen sind dabei dauerhafte, unverblühende Farbaccessoires und auch in jeder Farbe erhältlich. Ob in Millenial Pink, Blütenweiß oder einfach nur Palmengrün. Gerade in Arbeitsräumen können Sukkulenten, ein Bambusbaum oder eine Calathea die grünen Farbtupfer für Ruhe und Kreativität sein und das Gehirn zur pfiffigen Ideenentwicklung anregen.
Eine Orchidee hingegen bringt Feng Shui und Eleganz in Wohn- und Schlafzimmer: Lassen Sie die kräftigen pinken Schmetterlingsblüten kontrastreich gegen eine weiße oder farbblasse Wand flattern. Weiße Blüten hingegen bilden einen ausgeglichenen Ruhepool gegen dominierende, kräftige Farbtöne oder harmonisieren mit Puder und Pastell. Rote Rosen dagegen dominieren den Raum. Wie es sich für eine gute Königin gehört.
Positive Energie verströmen vor allem gelbe Hibiskusblüten, die orange Gerbera und Sonnenblumen. Von der Fensterbank, aus dem hyggekrog oder in der Küche lächeln sie uns ihre gute Laune zu und lassen den Sommer und die Sonne das ganze Jahr in unser Haus.


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