Spätsommerschönheit Dahlie

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Spätsommerschönheit Dahlie

Die Dahlie ist eine Verwandte der fröhlichen Sonnenblume und der stets gut gelaunten Gerbera. Das sieht man vor allem an ihren farbenfrohen Blüten. Mit ihren Cousinen Aster und Chrysantheme kämpft sie jedoch jedes Jahr aufs Neue um den Titel als Herbstblumenkönigin.

dahlie steckbrief

Name: Dahlie
Botanischer Name: Dahlia
Andere Namen: Georginen
Familie: Korbblütler (Asteraceae)
Anzahl der Arten: 35 Arten
Ursprungsland: Mittelamerika, besonders Mexiko
Blütenfarbe: Weiß, Gelb, Rot, Lila, Orange, Rosa, Violett
Merkmale: körbchenförmige Blütenstände, bildet Knollen aus, je nach Sorte können sie 40 bis 180 cm hoch wachsen
Nationalblume: Mexiko
Symbolik: Dankbarkeit, Luxus, Stärke, Glück (gelb),
Liebe (rot), Reinheit (weiß)

Blumensprache: Ich bin schon vergeben. / Für immer dein.
Hanakotoba: guter Geschmack

Die Dahlie – ein widersprüchlicher Mythos

Vor mehr als 500 Jahren entdeckte man nicht nur Amerika. Sondern auch eine mexikanische Schönheit: die Dahlie. Anders als der Weihnachtsstern diente sie den Azteken nicht als Nutz- und Heilpflanze, obwohl sie in großer Zahl in den mexikanischen Tälern und auch in den Gärten des letzten Aztekenherrschers Moctezuma II. wuchs. In einem aus dem Jahr 1552 stammende Buch über aztekische Kräuter, dem Badianus-Manuskript, erscheint eine Abbildung. Allerdings ist unklar, ob es sich bei als cohuanenepilli bezeichnnenten Pflanze tatsächlich um die Dahlie handelt.
Obgleich die Dahlie keine bedeutende Rolle in der mexikanischen Geschichte spielte und beinahe eher wie Unkraut wild in den Tälern und am Straßenrand wächst, ernannte man sie am 13. Mai 1965 zur Nationalblume Mexikos.


Europas Eroberung

Ihren Weg nach Europa trat die Dahlie im Jahre 1789 an: Vincentes Cervantes, der Direktor des Botanischen Gartens in Mexico City, schickte seinem spanischen Kollegen und späteren Direktor der Madrider Königlichen Gärten, Antonio José Cavanilles, einige Dahliensamen. Von hier aus verbreitete die Dahlie sich nach Frankreich, Deutschland, England und Russland.
Cavanilles beschrieb die Dahlia pinnata erstmals im ersten Band seines Werks Icones et Descriptiones Plantarum im Jahre 1791. In einem späteren Folgeband, der 1796 erschien, identifizierte er noch zwei weitere Arten: die Dahlia rosea und Dahlia coccinea.
Eine noch schnellere Verbreitung fand die Dahlie als Alexander von Humboldt von seiner Südamerikareise im Jahre 1804 ebenfalls Samen mitbrachte und sie an den Berliner Garten schickte. Bald schon fing ihre Züchtung an und um 1817 listete man in Deutschland schon 103 verschiedene Dahlienvarianten. Damit waren die Deutschen führend in der Dahlienzüchtung, die damals noch hierzulande den Name Georginen trugen.


Dahlie oder Georgine?

Bei den Azteken hieß die Dahlie accotil (dt. Wasserschlund) bzw. cocoxocitl oder acocoxochitl (dt. Wasserknollenblüte). Zumindest bezeichnet der spanische Arzt Francisco Hernandez sie in seinen 1651 veröffentlichten Aufzeichnungen mit diesem Namen.
Ihren heutigen Dahliennamen hat sie im Jahre 1791 nach dem schwedischen Botaniker Andreas Dahl von dem Spanier Cavanilles bekommen. Nur ein Jahr später nannte der Naturforscher Carl Peter Thunberg ein Zaubernussgewächs Dahlia crinita. Offensichtlich wusste er nichts von Cavanilles‘ Namensgebung. Auch dem deutschen Botaniker Carl Ludwig von Wildenow blieb unbekannt, dass die Dahlie bereits einen Namen hatte und benannte sie nach dem aus St. Petersburg stammenden Botaniker Johann Gottlieb Georgi Georginen. 1810 konnte sich das Missverständnis aufklären, dennoch blieb der Georginenname unterhalb der Bevölkerung verbreitet. Besonders in Skandinavien und Osteuropa trifft man die Dahlie auch heutzutage noch als Georgine an.
Übrigens sind sowohl Dahlia als auch Georgine beliebte Mädchennamen.

Berühmte Dahlienliebhaber

Die Dahlie ist in Kunst und Poesie vielleicht nicht so hoch gepriesen wie die Rose oder die Lilie, aber letztendlich kann sie auch nicht auf eine ganz so lange Geschichte zurückblicken. Dennoch kann sie einige berühmte Fans aufweisen: Johann Wolfgang von Goethe war zwar eigentlich unsterblich in die Rose verliebt, aber Dahlien mochte er auch ganz gerne. Zu seiner Zeit, in Weimar hießen sie aber noch Georginen. Eine Sorte benannte man in der damaligen Schreibweise ‚Göthe‘ auch nach ihm.
Auch der impressionistische Maler Claude Monet war ein Dahlienliebhaber. Er mochte es besonders Blumen zu malen und neben der Iris, Mohnblumen, Flieder und natürlich Rosen gehörte die Dahlie zu seinen liebsten Motiven. Auch die Impressionisten Matisse, Cezanne, Renoir und Marcel Dyf malten die Dahlie auf ihren Gemälden.

Tolle Knolle

Auch wenn das aztekische Volk der Dahlie keinen Nutzen abgewinnen konnte, kulinarisch eignen sich ihre Blüten und Knollen aber durchaus zum Naschen. Ihre Blütenblätter eignen sich als Salatzutat, als Gelee oder man kann aus ihnen einen leckeren Likör zubereiten.
Im Norden Mexikos aßen schon die Indianer vor der Entdeckung Amerikas und der Dahlie die Knollen der Blume. Auch heute noch bereitet man Dahlienknollen ähnlich der Calathea allouia wie Kartoffeln zu, füllt sie oder backt Kuchen aus ihnen. Allerdings eignen sich nicht alle Knollen geschmacklich zum Verzehr: Einige schmecken sehr holzig, andere wiederum erinnern an Sellerie, Spargel oder Kohlrabi.
In Zentralamerika stellt man aus den Blumenknollen sogar einen nach Mokka schmeckenden Sirup her, den man dacopa nennt. Man gießt ihn dort gerne über Eiscreme oder in Getränke.

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