Calathea – eine schlafende Schönheit

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Calathea – eine schlafende Schönheit

Im tiefsten Dschungel, verborgen vor allen Augen wächst die grüne Blattschönheit Calathea. Seit geraumer Zeit und besonders seit dem beliebten Urban Jungle Trend hät sie auch in Wohnzimmern Einzug und bringt den Urwald direkt in unsere Wohnung.

Name: Korbmarante
Botanischer Name: Calathea
Familie: Pfeilwurzgewächse (Marantaceae)
Anzahl der Arten: ca. 300
Herkunft: Brasilien, Kolumbien, Ecuador
Merkmale: große Blätter mit mehrfarbigen Blattzeichnungen und Musterungen
Symbolik: Neuanfang

Grün, grüner, Calathea!

Im tiefsten Urwald Zentralamerikas wächst sie im Schatten verborgen: die Calathea. Zu deutsch heißt sie Korbmarante: eine Kombination aus dem übersetzten, griechischen Wortstamm kálathos (dt. Korb) und ihrer Pflanzenfamilie Marantaceae. Die Ureinwohner der zentralamerikanischen Tropenregionen nutzten die Calatheablätter nämlich um Körbe zu flechten und Dächer abzudecken. Ihre bis zu 60 cm lang wachsenden Blätter machen dies ausgezeichnet möglich.
Ihre Entdeckung fiel vermutlich mit der Pfeilwurzfamilie im 19. Jahrhundert zusammen. Damals benannte der Botaniker Robert Brown die Familie nach dem Pflanzenwissenschaftler Bartolomeo Maranta.

Die vielen Blätter der Calathea

Die großen Grünblätter sind die wahre Schönheit der Calathea. Wie beim Zwergpfeffer sind sie je nach Art verschieden gemustert: ob gewellt oder geriffelt, mit silbernen oder goldenen Zeichnung oder ob gestreift oder gefleckt. Langeweile kommt bestimmt nicht auf.
Mindestens genauso fantasievoll wie ihre kunstvollen Musterungen sind ihre Artennamen. Die Calathea zebrina hat ihren Namen von den Zebrastreifenmuster ihrer Blätter. Die Calathea makoyana dagegen nennt sich in den Niederlanden pauwkplant (dt. Pfauenpflanze), da ihre Blattzeichnung aussieht wie ein Pfauenauge. Im Englischen kennt man sie auch unter den Trivialnamen Cathedral Windows (dt. Kathedralenfenster). Die Calathea lacifolia hingegen erinnert mit ihrer Musterung an eine Klapperschlange und trägt im Englischen deshalb den Namen rattlesnake plant. Ganz schön tierisch, die Namen der Calathea.

NameAussehen / Besonderheiten
Calathea crocata
  • eiförmig, gewellte, dunkelgrüne Blätter
  • braunrote Blattunterseite
  • Aliasname: Tassmania
  • große Blüten in einem leuchtenden Orange
  • einzige Blühpflanze in der Calathea-Gattung
  • Calathea lancifolia
  • lanzettliche Blätter mit einer Musterung wie bei einer Klapperschlange, daher heißt sie auf Englisch auch rattlesnake plant
  • rote Blattunterseite
  • entwickelt keine Blüten
  • alter botanischer Name Calathea insignis
  • Calathea lutea
  • erreicht eine Höhe bis zu 3 Meter
  • gigantische, geriffelte Blätter mit einem Durchmesser bis zu 1 Meter und einer Breite von 40-50 cm
  • die rotbraunen Hochblätter erinnern an Zigarren, deshalb heißt sie auch Cuban cigar oder Havanna cigar
  • aus den "Zigarren" sprießen vereinzelt gelbe Blüten
  • die Blätter sind mit Wachs beschichtet, der manchmal für die Wachsgewinnung genutzt wird
  • Calathea makoyana
  • Heimat: Brasilien
  • cremefarbene Blätter mit einer dunkelgrünen Federmusterung
  • purpurne Blattunterseite
  • Handelsname lautet Whitestar
  • Calathea orbifolia
  • Heimat: Brasilien
  • Wuchshöhe: bis zu 80 cm
  • rund-ovale Blätter mit silber-weißen Streifen
  • Blattdurchmesser: 40 cm
  • Calathea picturata
  • Heimat: Brasilien
  • lichtgrüne Blätter mit dunkelgrünen Rändern
  • Calathea rufibarba
  • längliche, spitze Blätter mit einer purpurroten Unterseite
  • bildet kleine, gelbe Blüten
  • mögliche Handelsnamen: Wavestar, Blue Grass, Elger greens
  • Calathea warscewiczii
  • Heimat: Costa Rica
  • sattgrüne Blattfärbung mit helgrüner Federzeichnung
  • weinrote Blattunterseite
  • kleine, röhrneförmige weiße Blüten
  • Calathea zebrina
  • länglich, ovale Blätter mit einem hellgrünen Zebrastreifenmuster
  • die Blattoberseite ist samtig behaart
  • bildet violette Blüten
  • Jeder Tag ein Neubeginn

    Die Blätter machen sie auch zu einem Mitglied der Marantaceae-Pflanzenfamilie, die im englischen auch prayer plants (dt. Gebetspflanzen) genannt werden. Sie sind nämlich Sonnenanbeter: Folgen dem Licht den ganzen Tag nach und rollen sich nachts dann in einer Knistermelodie zusammen. Nur um sich morgens auszurollen und die ersten Lichtstrahlen des Tages wieder einzufangen. Dieses Verhalten prägte auch ihre Symbolik, die sich der englischen Redewendung to turn a new leaf entlehnt, was soviel wie ein neues Kapitel aufschlagen oder einen neuen Anfang machen bedeutet. Daher eignet sich die Calathea als Geschenk für alle Menschen, die vor einem Neuanfang, z. B. durch einen Umzug oder einen Arbeitsplatzwechsel stehen.

    Leckere Calathea

    Neben ihrer namensprägendern Verwendung des Korbflechtens hat die Korbmarante auch ihren kulinarischen Nutzen. In Guatemala wickelt man die beliebten tamales in die Blätter der Calathea lutea ein.
    Die Calathea allouia (dt. Guinea-Korbmarante; engl. Guinea arrowroot) diente dem indigenen Volk in Brasilien als Nahrungsquelle und wurde in den 1950 deshalb dort kultiviert. Aber auch in Puerto Rico, Kuba und in Thailand sind die Wurzelfrüchte der Blattschmuckpflanze in der Küche wohlbekannt und werden unter den Namen lerenes (Puerto Rico), topitambo (Westindien-Inseln) oder Củ Lùn (Thailand) als hors d’œuvre serviert. In ihrem Aussehen ähneln sie kleinen Kartoffeln, haben aber einen süßen, maisähnlichen Geschmack (weshalb die C. allouia in der Karibik auch sweet corn root genannt wird) und eine leicht knusprige Note mit einer Wasserkastanientextur.

    Urban Calathea Jungle

    Ihre besonders großen, schmucken Tropenblätter machen die Korbmarante auch zu einer perfekten Pflanze für den Urban Jungle Trend. Nicht nur wegen ihres reichen Grüns und urwäldlichen Aussehens. Die großen Flächen der Blätter filtern besonders viel Luft und stoßen ebenso viel Sauerstoff aus. Das macht sie zu einer wahren Lufterfrischerin. Allerdings auch zu einer strikten Nichtraucherin. Denn auf Rauch reagiert sie besonders empfindlich.
    Übrigens ist die Calathea auch eine Musiklieberhaberin: Sie mag alle tiefen Frequenzen, die nicht 1.000 Hertz überschreiten.

    Ein paar Blütenfarbtupfer im grünen Wohnzimmerdschungel gefälligst? Dann ist die Calathea crocata eine gute Wahl. Sie ist die einzige unter den 300 Calathea-Arten, die wie die Strelitzie in einem sanften Orange-Gelb und etwas üppiger erblüht und auch den Namen Inka-Krone trägt. Tatsächlich könnte man in der Blüte auch eine exotische Dschungelkrone erkennen, die sich auch hervorragend in die warmen Naturtöne des Landhausstils und Pastellfarben des Shabby-Chics einfügt.

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