Glück oder Unglück, das ist hier die Blume

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Glück oder Unglück, das ist hier die Blume

Freitag, der 13., süße schwarze Katzen, zerbrochene Spiegel, Glücksschweine, Kleeblätter und Silvesterfeuerwerk: Der Aberglaube ist trotz aufgeklärter heutiger Wissenschaft immer noch tief in unserer Kultur verankert. Auch Blumen, Pflanzen und Bäume sind seither mit Aberglauben, Glück und Unglück behaftet.

(Anmerkung der Redaktion: Die hier vorgestellten Methoden sind reiner Aberglaube. Der Beitrag dient allein zu Unterhaltungs- und Wissenszwecken. Von einer Anwendung wird abgeraten und erfolgt auf eigene Gefahr.)

1. Blumen

Laut Aberglaube können Blumen die Liebe voraussagen, den Tod bringen, Krankheiten heilen oder das Wetter beeinflussen. Sowie beim Freitag, den 13., erschaudern auch viele Menschen, bekommen sie einen Strauß mit 13 Blumen geschenkt. Blumen aus dem Krankenhaus dürfen niemals mit nach Hause genommen werden, da man sonst bald wieder eingeliefert wird. Es gibt auch laut dem Volksmund eine ganze Reihe von Blumen, die Gewitter anziehen oder heraufbeschwören. Zumeist sind dies rote oder blaue Blüten.
Besonders beliebtes Thema im Aberglaube stellt der Tod da. Als so genannte Toten- oder auch Friedhofsblumen galten vor allem die Ringelblume, Lilien und der Buchsbaum. Auch Immergrün und Efeu erfreuten sich großer Beliebtheit. In Bayern pflegt vereinzelt noch heute die Aster ihren Ruf als „Todtenblume“. Aus irgendwelchen Gründen vermied man in der Vergangenheit rote Blumen auf einem Grab zu pflanzen und weiße Blüten blieben verstorbenen Jungfrauen und Kindern vorbehalten. Pflückt man Blumen vom Grab, so glaubte man damals, erscheint der Tote einem im Traum oder streckt gruselig seine Hand aus dem Grab aus. Es konnte aber auch sein, dass der Tote sich kurz darauf den Nächsten holt. In Russland werden zu Beerdigungen und im Trauerfall grundsätzlich Sträuße mit einer geraden Blumenanzahl verschenkt.

Blumen Aberglaube
Aster
  • verbrennt man welke Asternblätter, vertreibt der Geruch giftige Schlangen und böse Geister
  • die Aster kann das Wetter vorhersagen: geschlossene Blüten deuten auf anhaltenden Regen hin
  • Christrose
  • fein vermahlenes Christrosenpulver soll auf dem Boden verstreut unsichtbar machen
  • das aus ihr hergestellte Niespulver, soll helfen, böse Geister und Krankheiten durch Niesen zu heilen
  • Edelweiß
  • vertreibt Dämonen, Geister und den Teufel
  • als Amulett getragen, brachte es Liebesglück und Erfolg
  • Flieder
  • fünfblättrige Fliederblüten bringen Glück und schützen vor Krankheit, wenn sie gegessen werden
  • Hahnenfuß / Ranunkel
  • an Fronleichnam oder Christi Himmelfahrt ins Fenster gehangen, soll er schönes Wetter sichern
  • Hortensie
  • als Zimmerpflanze im Topf gilt sie als Unglücksstifterin und löst Unfrieden in der Ehe aus
  • Kornblume
  • wenn sie am Fronleichnamstag zwischen elf und zwölf Uhr aus dem Boden gerissen wird, wirkt sie blutstillend, besonders bei Nasenbluten
  • bringt man Kornblumen ins Haus, schimmelt das Brot
  • möchte man wissen, ob der Zukünftige einen liebt, steckt man sich zwei Samenkapseln der Kornblume in den Ausschnitt: Wachsen beide aus, ist die Liebe auf beiden Seiten gleich groß. Wächst nur eine, ist die Lieb einseitig. Sind sie nur kurzlebig, ist auch die Liebe nur von kurzer Dauer
  • Lilie
  • wachsen Lilien aus dem Grab von Getöteten, so waren sie unschuldig
  • die Lilie kann auch als Todesbote 3 Tage vor dem eigenen Tod auftreten
  • Maiglöckchen
  • wird es am 1. Mai bei sich getragen, bringt sie das ganze Jahr über Glück
  • reibt man sich das Gesicht mit dem Maiglöckchen ein, bekommt man keine Sommersprossen
  • Margerite
  • wird als Liebesorakel verwendet (Sie liebt mich, sie liebt mich nicht...)
  • in der Johannisnacht gebundene Margeritenkränze wirft man zum Schutz vor dem Blitz auf das Hausdach oder hängt sie an die Tür
  • wirft man den in der Johannisnacht geflochtenen Kranz rückwärts auf einen Baum und bleibt er oben liegen, kommt der Geliebte und führt einen zum Altar
  • unter das Kopfkissen gelegt, bringt die Margerite süße Träume vom Zukünftigen
  • Mohn / Klatschmohn
  • ausgestreuter Mohn schützt gegen Hexen, da sie die Mohnkörner erst zählen müssen ehe sie über ihn wegschreiten dürfen
  • übermäßiger Mohnverzehr führt zu Dummheit
  • der Klatschmohn dient als Liebesorakel: Man schlägt auf die Blütenblätter und je lauter der Knall, desto stärker ist die Liebe des Angebeteten
  • die feuerrote Farbe des Klatschmohns zieht den Blitz an, schützt aber auch vor ihm
  • Nelke
  • die Blüten der roten Nelken sind sie aus dem Blut Christi aus seinen Nagelwunden gesprossen
  • das Pflücken der Blutnelken verursacht Nasenbluten und steckt man sich die Blütenblätter von drei Steinnelken in die Nase wird das Nasenbluten gestillt
  • die roten Kartäusernelken ziehen das Gewitter an, werden sie gepflückt
  • Pfingstrose
  • gräbt man die Päonie aus und wird dabei von einem Specht beobachtet, sind die Augen in Gefahr
  • wird die Pfingstrosenwurzel ausgegraben, erleidet man einen Aftervorfall
  • Rittersporn / Delphinium
  • legt man sich Rittersporn in die Schuhe, ist man vor Stechen in der Brust gefeit
  • Rittersporn wehrt Blitze ab
  • Rose
  • schüttet man das erste Badewasser eines Kindes unter einem Rosenstrauch aus, bekommt es schöne, rosige Wangen
  • isst man die erste Rose des Jahres, erkrankt man das ganze Jahr nicht an Gürtelrose
  • Rosen blühen nicht, wo ein Toter liegt
  • Sonnenblume
  • schützt gegen jeden Zauber
  • die Sonnenblumenkerne isst man um eine gute Stimme zu bekommen
  • Veilchen
  • die 3 ersten aufgefundenen Veilchen haben besondere Heilkraft, wenn man sie verschluckt
  • riecht man an einem Veilchen bekommt man Sommersprossen
  • nimmt man die Blüte in den Mund, kann der Geschmackssinn verloren gehen
  • 2. Pflanzen

    Auch Pflanzen sind im Aberglaube seit jeher sehr populär. Sie haben vor allem besondere Schutzwirkungen gegen allerlei Dämonen und Hexen und fanden Verwendung als Liebesorakel und beim Auffinden von Schätzen und Dieben. Auch glaubte man fest daran, dass gegen jedes Leiden auch ein Kraut wuchs, deshalb haben viele Pflanzen Eigenschaften als Heilmittel. Ob sie tatsächlich helfen oder es allein Aberglaube ist, vermag heute keiner so genau zu sagen.

    Pflanze Aberglaube
    Baldrian
  • Abwehrmittel gegen Hexen und böse Zauber
  • in den Schuh gelegt, bekommt der Teufel keine Kontrolle über einen
  • will die Milch einfach nicht zur Butter werden, wird ein Baldriankranz unter das Butterfass gelegt
  • Buchsbaum
  • hat dämonenabwehrende Kräfte
  • schützt vor dem Blitzeinschlag
  • bringt Glück
  • wehrt Krankheiten und den bösen Blick beim Vieh ab
  • wird beim Neujahrsorakel eingesetzt: Jedes Familienmitglied bekommt eine Wasserschüssel und jeweils ein Buchsbaumblatt wird hinein gelegt. Ist es am nächste Morgen noch grün, bleibt der Mensch gesund. Bei Schwärze wird er krank oder erleidet den Tod.
  • Dill
  • Abwehrmittel gegen Hexen
  • trägt man beim Backen ein wenig Dill bei sich, wird der Teig nicht behext
  • trägt eine Braut Dill in den Strümpfen, hat sie das Sagen im zukünftigen Haushalt
  • Dill unter dem Kissen verursacht eine leichte Geburt
  • Distel
  • wachsen Disteln auf einem Grab, ist der Begrabene verflucht
  • Disteln wachsen auf dem Ort eines Verbrechens oder dort, wo ein Schatz vergraben liegt
  • auf dem Feld sind sie Schutz vor Hexen und Dämonen, sie sind aber auch ein Zeichen dafür, dass der Bauer viel geflucht hat
  • Efeu
  • im Zimmer bringt Efeu Unglück, Ehestreit und Tod; außerdem bleibt die Tochter unverheiratet
  • in der Matthiasnacht (24.02) holen Mädchen Wasser aus drei verschiedenen Brunnen in einem Eimer und werfen Efeublätter hinein; schwimmen die Blätter zusammen, kommt es zur Hochzeit
  • Efeu gilt als verzauberter Mensch, der erlöst wird, sobald er die Krone eines Baumes erreicht
  • Farn
  • den Farnsamen (eigentlich Sporen) sagte man magische Kräfte nach: Zu Mitternacht in der Johannisnacht gepflückt konnten sie unsichtbar machen, boten Schutz vor Teufel und Tod und wies den Weg zu verborgenen, unglaublichen Schätzen
  • Bei den baltischen Völkern sprach man den Samen außerdem noch zu, dass sie die Fähigkeit verliehen, mit Tieren zu sprechen, Gedanken zu lesen und den Tod vorauszusehen. Vor allem aber machten sie reich und brachten Glück in der Liebe
  • zusammen mit Heidekraut vor dem Haus verbrannt, soll der Farn Regen herauf beschwören
  • hängt man ein Säckchen mit Farn verkehrt herum im Haus auf, kommen keine Krankheiten herein
  • über die Tür aufgehängt, hält Farn Blitze fern
  • Fette Henne (Sukkulente)
  • am Johannistag hängt man eine Fette Henne über die Tür und solange sie frisch und grün bleibt, wird die Person, die die Sukkulente dort angebracht hat, gesund bleiben
  • schützt vor dem Blitz
  • Forsythie
  • am Barbaratag (4.12) schneidet man Forsythienzweige udn stellt sie ins Wasser. Blühen sie bis Weihnachten auf, bringt das Glück
  • Heidekraut
  • blüht das Heidekraut bis zur Spitze auf, wird es im Winter sehr kalt
  • ein Kranz aus Heidekraut an die Decke gebunden, wehrt das Böse und Unglück ab
  • wird weiße Heide aufs Kopfkissen gelegt, werden Träume wahr
  • Lavendel
  • schützt vor übler Nachrede und den bösen Blick
  • macht Geister sichtbar
  • Mistel
  • schützt vor böse Geister und Zauber
  • macht hieb- und stichfest
  • bewahrt vor Impotenz
  • steht ein Mädchen unter einem Mistelzweig, darf es einen Kuss nicht ablehnen
  • der Baum, in dem ein Mistelzweig wächst, ist vor Blitzschlag geschützt
  • auf welchen Haselstrauch Mistel wächst, darunter ist ein Schatz vergraben
  • Stechpalme
  • wehrt alles Böse ab
  • Wacholder
  • Wacholdersträuße schützen vor Dämonen
  • Wacholderrauch schützt ebenfalls vor Dämonen und reinigt das Haus von Krankheit und Tod; der Rauch beugte auch der Pest vor
  • 3. Bäume

    Bäume haben oftmals eine heilige Bedeutung und nehmen im religiösen und mythologischen Kontext zumeist einen bedeutenden Platz ein. Zum Beispiel die Weltenesche Yggdrasil: Sie galt als das Weltzentrum, unter dem die Asen Gericht abhielten.
    Im Aberglaube gilt der Baum auch als Seelensitz Verstorbener. Bei Fällung oder Verletzung des Baumes, verletzte oder tötete man auch eine Seele. Analog zum Seelensitz schrieb man dem Baum auch die Schutzfunktion zu: Hierbei wird einem Baum der Schutz einer Familie oder sogar einer ganzen Gemeinde zugeschrieben. In dieser Idee wurzelt auch die noch bis heute gebräuchliche Tradition einen Baum für ein Neugeborenes zu pflanzen. Verdorrte der Schutzbaum, so glaubte man, das auch dem Besitzer etwas Schlimmes zustieße.
    Bis vor kurzem pflegten Holzfäller noch die Sitte, den Baum mit entblößtem Haupt um Verzeihung zu bitten oder ein Kreuz in seinen Stamm zu ritzen, ehe sie ihn fällten. Als schlechte Omen galten auch ein zu früh blühender Baum, die Ausgrabung eines jungen Baumes sowie das ferne Krachen eines Baumes.

    Baum Aberglaube
    Ahorn
  • wehrt Dämonen ab
  • Ahornzweige verhindern den Bltzeinschlag
  • Birke
  • Symbol des Lebens
  • Birkenzweige verwehren Hexen den Zutritt
  • Urinieren auf Birkenzweigen bringt verlorene Manneskraft zurück
  • Eibe
  • verscheucht Dämonen
  • hängt man Eibenzweige gekreuzt in Zimmer, Keller und Stall, wird Hexen und Zwergen der Zutritt verwehrt
  • Eiche
  • ziehen den Blitz an
  • Hexen verwenden Eichenblätter für Gewitter- und Schadenzauber am Vieh
  • Hexen werden abgewehrt, wenn Zweige in Fenster und Türen gesteckt werden
  • ein Feuer aus Eichenholz, in das man das Blut eines Ermordeten hinienschüttet, zwingt den Mörder zur Rückkehr zur Leiche
  • Kirschblüte
  • am Barbaratag (4.12) schneidet man traditionell Kirschblütenzweige und stellt sie ins Wasser. Blühen sie bis Weihnachten auf, bringt das Glück
  • Lärche
  • die Lärche ist auf Grund ihres Rotholzes vor Blitz und Feuer geschützt
  • in der Walpurgisnacht werden Lärchenzweige zur Hexenabwehr an Türen und Fenster gehängt
  • Lorbeer
  • Lorbeerblätter zögern Fäulnis und Verwesung heraus
  • zwei Menschen werden zu Feinden gemacht, wenn man ein Lorbeerblatt entzwei reißt und auf jede Hälfte einen Namen schreibt; durch jede Blatthälfte wird eine Nadel gestochen und ins Wasser geworfen
  • legt man soviele Lorbeerblätter unter das Kissen wie man Stunden schlafen möchte, so wacht man nach dieser Stundenanzahl auch auf
  • Tanne
  • von einer Tanne stammte angeblich das Holz des Kreuzes Christi
  • Tannenzweige halten Hexen fern
  • an Palmsonntag werden in manchen Orten mit Bändern zusammen gehaltene Tannenzweige über Stalltüren aufgehangen, damit sie Glück bringen und Blitze abwehren
  • Tannenzapfen bringen kleinen Kindern den Schlaf, legt man sie unter das Kopfkissen
  • Weide
  • Judas Iskariot hängte sich entweder an einer Weide oder an einem Holunderbaum auf
  • in der Weide sollen sich böse Geister aufhalten
  • Weidensamen macht Frauen unfruchtbar
  • Weidenkätzchenblüten helfen nach der Palmsonntagweihe gegen Sommersprossen und vorbeugend gegen Fieber
  • am Palmsonntag brechen Kinder einen Weidenzweig mit so vielen Kätzchenknospen wie alt sie sind, und stecken diese in der Karwoche zum Backen in ein Brötchen: Werden sie darin braun, verheißt es ihnen ein gutes Leben, bei schwarzer Farbe, wird der Tod im kommenden Jahr geweissagt
  • Zypresse
  • träumt man von Zypressen, sind Glück und Unglück im Anmarsch
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