Kleine Astern-Herbststernchen

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Kleine Astern-Herbststernchen

Beginnt der Herbst, verlieren viele Sommerblumen den Kopf. Nicht so die Astern: Sie sind ein wahrer aufgehender Stern am Herbsthimmel. Im wahrsten Sinne des Wortes.

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Name: Astern
Botanischer Name: Aster
Andere Namen: Herbstastern, Herbstchrysanthemen, Sternenblume, Alllerseelenblume, Todtenblume (bayrisch für die Sommeraster), Zuckertütenaster (in Thüringen für die Sommeraster), Sternkraut (schweizerisch für Berg-Aster), Frost Flowers (engl.), Michaelmas daisy (englisch für die Berg-Aster)
Familie: Korbblütler (Asteraceae)
Anzahl der Arten: 180
Ursprungsland: Asien, Afrika, Amerika
Blütenfarbe: lila, blau, weiß, rosa, rot, gelb, orange
Merkmale: körbchenförmige Blüten und gelbe Röhrenblüten, leicht behaarter Stängel
Symbolik: Glück im Alter, Langlebigkeit, Geduld, Liebe
Blumensprache: Ich bin von deiner Treue nicht überzeugt!
Hanakotoba: Erinnerung, Andenken
Geburtsblume für den Monat: September

Der aufgehende Asternstern

Astern schmücken Häuser und Wohnungen vermutlich schon seit 4.000 Jahren. Im Jahre 1753 klassifizierte der schwedische Naturforscher Carl von Linné die Gattung Aster und von da an sammelten sich rund 600 Arten unter dem Namen an. Gegen Ende des letzten Jahrhunderts entschied man jedoch, es genüge und reduzierte die Asterngattung auf 250 Arten.
Die Informationen über ihre Herkunft und Ankunft in Europa sind sehr dürftig: Bekannt ist jedoch, dass der jesuitische Missionar Pater Pierre Nicolas d’Incarville die Samen der Sommeraster (Callstephis chinesis) im Jahre 1730 aus China nach Paris sendete. Die Berg-Astern dagegen brachte der englische Botaniker John Tradescant der Jüngere 1637 aus North Virgina mit. Aufsehen erregte die Blume aber kaum. Bis zu dem Zeitpunkt als sie mit den europäischen, einheimischen Sternenblumen gekreuzt wurde. Da sie um Michaelis (29. September) herum erblühten, nennen die Briten die Aster bis heute noch Michaelmas daisy.

Die Aster gehört ähnlich der Sonnenblume und der Gerbera zu den Sonnenkindern. Bei der Sonnenblume kann man sogar einen leichten Cousinenverwandtschaftsgrad ausmachen. Mit der Gerbera gemein hat sie die Vorliebe für fast alle Regebogenfarben: Astern kleiden sich am liebsten in Weiß, Rot, Rosa, Strahlendgelb, ein sanftes Lila und in Lavendeltöne ein.

Ein Name wie ein Stern

Astern sind Sterne. Im wahrsten Sinne des Wortes: Ihr Name leitet sich nämlich vom griechischen astér (dt. Stern) her. Die griechische Mythologie hat selbstverständlich auch wieder eine Geschichte zur Herkunft der Aster parat: Eines Tages schaute die himmlische Jungfrau Astraea in den Nachthimmel. Er trug nur Finsternis, keine Sterne. Darüber musste sie sehr weinen. Aus ihren Tränen entsprossen auf der Erde dann die Sternenblumen Astern.

Weitere Legenden um die Aster
Eine andere Version der Astraea-Legende: Um einem Krieg Einhalt zu gebieten, flutete Jupiter die Erde. Astraea konnte das nicht mitansehen und bat, in einen Stern verwandelt zu werden. Ihr Wunsch erfüllte sich und sie wurde zum Sternzeichen Virgo. Als die Flut auf der Erde zurückging, weinte sie um all die verlorenen Leben. Ihren Tränen entsprossen die Astern.
Der berühmte Minotaurentöter Theseus versprach seinem Vater Aigeus bei einem Sieg über den Minotaurus mit einer gehissten weißen Flagge wieder in Athen einzulaufen. Allerdings vergaß er bei seiner Rückkehr das Versprechen und segelte mit schwarzer Fahne in den Athener Hafen ein. König Aigeus beging in dem Glauben an einen gefallen Sohn Selbstmord. Aus seinem Blut entsprangen Asterblumen.
Eine Cherokee-Indianerlegende erzählt von zwei Mädchen, die sich im Wald vor gegeneinander im Krieg liegende Stämme versteckten. Sie suchten Hilfe bei einer alten Kräuterfrau. Als sie einschliefen, schaute die alte Frau in die Zukunft und sah Gefahr für die beiden voraus. Die Frau streute also Kräuter über sie und deckte sie mit Blättern zu. Am nächsten Morgen hatten sich die Mädchen in Blumen verwandelt. Das Mädchen im blau gefransten Kleid war eine Aster.

Der Blumenname Aster bleibt in den Sprachen Englisch, Schwedisch, Spanisch, Französisch, Niederländisch und Polnisch immer gleich. Damit ist er schon fast international. Aber auch in den Sprachen Finnisch (asteri) und Dänisch (asters) bleibt die Aster als Wortstamm erhalten. Während im Italienischen, Russischen und Tschechischen mit dem Namen astro und im isländischen astra die Sternennähe bleibt. Damit erblüht die Aster in fast allen Sprachen als Stern.

Aster ist aber auch ein gebräuchlicher Vorname für Jungen und Mädchen auf der ganzen Welt.

Eine Blume, viele Bedeutungen

Astern haben leider eine nicht eindeutige Symbolik. Sondern sogar eine widersprüchliche. So interpretieren einige Menschen sie als Symbol für Geduld und Liebe, in der Blumensprache zweifelt sie jedoch an mit „Ich bin von deiner Treue nicht überzeugt!“ die Loyalität eines Menschen an. Ihr Charakter als Herbstblume macht sie auch zu einem Glückssymbol für den Herbst des Lebens. Gleichzeitig stellt sie ein Symbol des Abschieds dar, da sie ein letzter Sommergruß ist. Da sie in ihrer Erscheinung aber auch Frühlingsboten wie Gänseblümchen ähnelt, verspricht sie aber auch Rückkehr.
Außerdem kommt jeder Asternfarbe auch eine andere Symbolik zuteil:

  • Lila Astern: Weisheit und Adel
  • Weiße Astern: Reinheit und Unschuld
  • Rote Astern: unsterbliche Treue
  • Rosa Astern: Sensibilität und Liebe

Ähnlich wie der Mohn hatte auch die Aster eine Symbolik im Gedenken an gefallene Soldaten: In Frankreich drückte man mit einer Aster auf einem Soldatengrab seinen Sehnsucht für ein baldiges Kriegsende, aber auch für ein anderes Schicksal des Gefallenen aus.
Gegen Ende des Ersten Weltkrieges hefteten sich in Ungarn Soldaten der k. u. k. Landstreitkräfte Astern anstelle ihrer Streitemble an die Mützen. Daher trägt der stattgefundene Aufstand vom 28. bis 31. Oktober den Namen Asternrevolution.
Die Aster trägt ihren englischen Beinamen Michaelmas daisy nicht nur, da sie am Michaelistag erblüht, sondern auch weil der Heilige Erzengel Michael ein Beschützer vor Dunkelheit und dem Bösen war. In Analogie hierzu kämpft die Aster gegen die zunehmende Dunkelheit von Herbst und Winter an.

Septemberblumen Astern

Mit der Aster verbinden sich viele Traditionen und auch allerhand Aberglaube. So gilt die Aster als typische Septemberblume. Zum einen da sie um Michaelis herumblüht, zum anderen aber auch wegen ihrer Verbindung zur Sternenkonstallation Virgo (Tierkreiszeichen Jungfrau). Was die Aster mit einem Sternzeichen zu tun hat? Hier kommt wieder die schon erzählte griechische Mythenlegende um Astraea ins Spiel: Astraea stieg später nämlich in den Himmel auf und sieht als Sternenbild Virgo zu uns herab.
Weil die Aster auch so gut in den Septembermonat passt, ist sie auch die Geburtsblume aller Septembergeborenen. Traditionell ist sie auch ein Geschenk für lang verheiratete Paare zur Porzellan-Hochzeit (20. Hochzeitstag). In Thüringen schmückten die Schultüten die so gennanten Zuckertütenastern (Sommerastern), da sie pünktlich zur August-Einschulung blüht.

Früher war es außerdem üblich welke Asternblüten zu verbrennen oder zu rauchen. Der Rauch sollte Teufel, aber auch Schlangen verscheuchen. Blieben die Asternblütenköpfe geschlossen, sagten sie anhaltenden Regen voraus. Märchenhaft heißt es in alten Legenden, unter den geschlossenen Blüten schliefen abends magische Feen. Auch im Grimm’schen Märchen Die sechs Schwäne haben Sternenblumen ihren Platz.

Ein Vasen-Teamplayer

Asternblüten gestalten sich vollkommen unterschiedlich. Manche haben kissengewölbte Wolkenblüten wie ein Maßliebchen oder sind bescheiden wie ein Gänseblümchen. Manchen Blütenkleiderformen ähneln jedoch mehr einer Pfingstrose oder einer Nelke. Sie hat schon viele Blütengesichter, die gute Aster! Das macht sie aber auch zu einem hervorragenden Teamplayer in der Vase. Sehr gerne steigt sie mit der immerfröhlichen Gerbera, gelben Lilien und Nelken in die Vase. Aber auch auf einen Verwandtschaftsplausch mit der Cousine Sonnenblume zusammen. Dazwischen machen sich grüne Gräser oder spätsommerliche Kornähren ganz gut. Auch ihren Herbstfreundinnen Dahlie und Chrysantheme leistet die Aster gerne Gesellschaft.

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